Talentiade 2019 Von Erding über Rio nach Tokio

Patrick Dogue ist erfolgreich im Modernen Fünfkampf.

Von Julia Kainz, Erding

Egal ob Reiten, Fechten, Schwimmen, Laufen oder Schießen: Als Moderner Fünfkämpfer beherrscht Patrick Dogue die unterschiedlichsten Sportarten. Vor zwölf Jahren hat er bei der Talentiade der Süddeutschen Zeitung deshalb nicht ganz zu Unrecht den Sonderpreis für Vielseitigkeit gewonnen. Seitdem hat sich bei ihm einiges getan. Vom TSV Erding ging seine Reise nach Potsdam und sie führte ihn 2016 bis nach Rio zu den Olympischen Sommerspielen.

Dogues Sportkarriere begann, als er etwa zwölf Jahre alt war. Zu Beginn seiner Zeit am Gymnasium in Dorfen wurden Nachwuchstalente gesucht, sagt der heute 27-Jährige. "Und meine Englischlehrerin hat mich gefragt, ob ich da nicht mitmachen will." So kam der Stein ins Rollen. Er wurde auf den Modernen Fünfkampf aufmerksam und begann 2004 beim TSV Erding zu trainieren. Dort wurde er schnell besser und erzielte seine ersten Erfolge.

2009 kam es zu einem Meilenstein in Dogues Sportkarriere: Er war in der zehnten Klasse an der Realschule in Taufkirchen, als er sich dazu entschied, an die Sportschule nach Potsdam zu wechseln. "Ich wurde dort top-professionell betreut und war im Juniorbereich erfolgreich", erzählt Dogue. 2013 machte er sein Abitur und stand vor einer Entscheidung: Mit dem Sport weiter machen oder doch einen anderen Weg einschlagen? "Diese Entscheidung war auch davon abhängig, ob ich einen Förderplatz bekomme oder nicht", erklärt der Sportler. Ohne hätte er seine Sportkarriere nicht finanzieren können. Doch er bekam einen Platz im Förderprogramm der Bundeswehr. "Das war der nächste Schritt zur Professionalität", sagt Dogue. Er konnte sich voll und ganz auf den Sport konzentrieren. Heute ist der Moderne Fünfkampf für Dogue ein Vollzeitjob. Er trainiert täglich, an manchen Tagen sogar zweimal. Nebenbei verfolgt er ein Bachelor-Studium in Maschinenbau. Auch seinen Master will er noch machen, sagt er.

Wenn er dann mal Freizeit hat, trifft Dogue sich am liebsten mit Freunden. "Da bin ich dann relativ offen, was wir machen", sagt der Sportler. Das könne vom Museumsbesuch bis zum Fußball-Videospiel alles sein. Nur Sport als Hobby sei eher schwierig, manchmal gehe er Volleyball spielen.

In den vergangenen Jahren ging Dogues Sportkarriere steil bergauf. Er wurde zwei Mal deutscher Meister und einmal DM-Zweiter und gewann 2016 außerdem den Wettkampf "Champion of the Champions". Im selben Jahr belegte er im Weltcup-Finale den zweiten, 2017 den dritten Platz. Den Höhepunkt seiner bisherigen Karriere erlebte der Fünfkämpfer aber 2016, bei den Olympischen Spielen in Rio. "Das war unglaublich. Das ist ja das Größte, was man erreichen kann", sagt Dogue. "Da sind 10 000 Athleten, die besten ihrer Sportart." Hinzu komme der historische Charakter der Spiele und Tausende jubelnde Zuschauer im Stadion.

Seine Olympia-Teilnahme sei eher überraschend gekommen, gibt Dogue zu. Er war noch relativ jung, habe die Qualifikation aber "gerade so geschafft". Sein Ergebnis ließ sich sehen: Unter 36 Teilnehmern belegte er Rang sechs - auch ohne Medaille eine Platzierung, mit der er sehr zufrieden ist.

Als Dogue 2007 an der Talentiade teilnahm, war die Sportart, die er am wenigsten mochte, das Schießen. Er sei darin einfach nicht so gut, sagte der damals 15-Jährige. "Das hat sich um 180 Grad gedreht", sagt der Fünfkämpfer heute und lacht. Er gehöre zu den Top Schützen und hat auch Spaß daran. "Ich war früher wahrscheinlich einfach noch zu unerfahren und nicht ruhig genug dafür", erklärt er. Auch seine Lieblingsdisziplin ist heute eine andere als vor zwölf Jahren: Während ihm früher das Schwimmen am meisten Spaß gemacht hat, gefalle ihm heute das Laufen am besten.

Patrick Dogues nächstes großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Dafür gehe jetzt dann die Qualifikationsphase los, sagt der Fünfkämpfer. Anfang August finden die Europameisterschaften statt, da könne man sich schon für Olympia qualifizieren. Wenn er dort unter die Top Acht kommt, habe er sehr gute Chancen.

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