SZ-Rubrik "Formsache" "Bei Kartoffelklößen kann ich mich einfach nicht bremsen"

Auch mit 62 Jahren haftet Horst Kummeth etwas Lausbübisches an. Viele seiner Rollen sind von einem jungenhaften Charme geprägt. Mittlerweile ist der Schauspieler ("Dahoam is dahoam") auch als Autor von Dreh- und Kinderbüchern etabliert.

(Foto: Frank Hoermann/Imago)

Wehe, wenn Opa reinhaut: Schauspieler Horst Kummeth, Knochenbrecher mit Herz und Appetit.

SZ: Sport ist ...

Horst Kummeth: ... acht Kilometer laufen jeden Tag, egal ob Sonne, Schnee, Hagel, Kälte oder 43 Grad im Schatten. Das tut mir gut, das ist ein notwendiges Übel - wobei Übel das falsche Wort ist, aber manchmal hält sich der Spaß in Grenzen.

Ihr aktueller Fitnesszustand?

Ich trainiere mit meiner Frau zweimal in der Woche Taekwondo und Boxen. Dabei hat sie mir einmal eine Rippe gebrochen, ich habe es ihr also ganz gut beigebracht.

Felgaufschwung oder Einkehrschwung?

Hüftschwung, weil wir gerne zum Tanzen gehen.

Sportunterricht war für Sie?

Super, da habe ich mir immer Einser abgeholt. Im Sport war ich sehr gut und wurde auch zu Hause gelobt.

Ihr persönlicher Rekord?

Ganz klar, ich bin vergangenen Donnerstag zum sechsten Mal Opa geworden - aus Überzeugung.

Stadion oder Fernsehsportler?

Ganz klassisch vor dem Fernseher mit Chips, Schokolade und Weißbier. Und ohne mich zu bewegen, das sollen die anderen machen.

Bayern oder Sechzig?

Bayern, da gibt es nicht mehr zu sagen.

Ihr ewiges Sport-Idol?

Bruce Lee. Den kennen die meisten nur als Schauspieler, da war er nicht so toll, aber er war ein super Sportler und schneller als alle anderen. Ich war knapp fünfzehn, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, und war begeistert. Er hat aus verschiedenen Kampfsportarten Dinge genommen und zusammengebaut. Das versuche ich auch, egal ob Taekwondo, Boxen oder Karate. Nach dem Motto: Wenn mich einer angreift, scheiß auf die klassischen Techniken, dann brech' ich ihm halt das Knie.

Ein prägendes Erlebnis?

Ganz klar der "Rumble in the Jungle", als Muhammad Ali sich in Kinshasa seinen Titel gegen den als unschlagbar geltenden George Foreman zurückgeholt hat. Ich bin mit meinem Papa nachts aufgestanden, ich glaube es war drei Uhr. Foreman wirkte wie Goliath. Als ihn der kleinere Ali umgehauen hat, das war gigantisch. Wenn ich daran denke, bekomme ich heute noch Gänsehaut.

In welcher Disziplin wären Sie Olympiasieger?

Einwandfrei im Kartoffelklöße essen. Ich habe als Kind mal elf Stück verdrückt, danach ging es mir so schlecht, dass meine Eltern überlegt haben, den Notarzt zu rufen. Ich kann mich einfach nicht bremsen, es gibt auch kein Sättigungsgefühl, da muss man mir die Gabel wegnehmen.

Mit welcher Sportlerin/welchem Sportler würden Sie gerne das Trikot tauschen?

Mit niemandem. So ein Trikot muss man sich verdienen und ich habe großen Respekt vor den Leuten, die das tun.

Unter der Rubrik "Formsache" fragt die SZ Menschen nach ihrer Affinität zum Sport. Künstler, Politiker - bloß keine Sportler. Wäre ja langweilig.