bedeckt München 12°
vgwortpixel

SV Heimstetten:Zeit für ein Ständchen

„Lukas hat sich noch mal verbessert“: Heimstettens Riglewski, hier bei seinem Hauptjob als Torjäger, übernimmt auch als Kapitän Verantwortung.

(Foto: Claus Schunk)

Unsere Stimmung war eigentlich immer gut, sagen sie beim SV Heimstetten. Der Erfolg gegen Aubstadt hilft der guten Laune trotzdem.

Nachdem Schiedsrichter Elias Tiedeken am Samstag ein letztes Mal in seine Pfeife geblasen hatte, wirkten die Fußballer des SV Heimstetten, als wäre eine zentnerschwere Last von ihren Schultern gefallen. Sie umarmten einander, klatschten mit dem Trainerteam ab und bildeten den obligatorischen Siegerkreis. Doch statt des üblichen "Zickezacke" stimmten sie ein herzliches "Happy birthday to you" an. Torwarttrainer Igor Pintar war diese Aufmerksamkeit sichtlich unangenehm, er ließ sie aber über sich ergehen. Man wird schließlich nur einmal 45.

Diese spontane Feierlichkeit war der Höhepunkt eines Tages, an dem der SV Heimstetten allen Grund zur Freude hatte. Nach fünf Niederlagen besiegte die Mannschaft von Trainer Christoph Schmitt den überraschend erfolgreichen Aufsteiger TSV Aubstadt souverän mit 3:1 und schaffte damit den Sprung weg von den Abstiegsrängen der Regionalliga Bayern. "Dieser Sieg ist wichtig für uns alle", sagte Schmitt. Die Stimmung im Team sei trotz allem "sehr gut" gewesen, aber wer wisse schon, wie sich das nach einer erneuten Pleite entwickelt hätte.

Diese Überlegungen kann Schmitt vor allem deshalb ad acta legen, weil aus seiner starken Mannschaft einmal mehr Torjäger Lukas Riglewski besonders herausstach. Zwei Treffer erzielte er selbst, die Führung durch Fabian Cavadias, 18, bereitete er per maßgenauer Flanke vor. (9.). "Mit dem schwachen Fuß", wie Riglewski später anmerkte. Es war einfach so ein Tag, an dem fast alles gelingen wollte.

Dabei hätte das Spiel auch einen anderen Verlauf nehmen können, Aubstadts Martin Thomann traf kurz nach Anpfiff den Pfosten (4.). "Natürlich hatten wir da Glück", gab Trainer Schmitt zu. Heimstetten ließ sich von diesem Schreckmoment nicht verunsichern und spielte mutig nach vorne, auch nach dem Führungstreffer durch Cavadias war nur die Heimelf am Drücker. In Minute 25 gelang Riglewski schließlich aus dem Getümmel heraus das 2:0. "Wir wollten es heute unbedingt", sagte der Torschütze.

Aubstadt, angereist mit der Empfehlung von sechs Spielen in Serie ohne Niederlage, enttäuschte auf ganzer Linie - und kam dennoch vor der Pause zum Anschluss, als Ingo Feser aus rund 20 Metern abzog und den Ball in den Winkel setzte (45+1.). "Wir haben uns davon aber nicht durcheinander bringen lassen", sagte Schmitt. In der Kabine sei das Gegentor kein Thema gewesen.

Von Verunsicherung war nach der Halbzeit nichts zu spüren, Heimstetten blieb vor 160 Zuschauern das aktivere Team. Erneut war es Torjäger Riglewski, der nach einem Seitenwechsel den Ball sauber annahm, in Richtung Tor zog, einen Gegenspieler narrte und humorlos die Führung ausbaute (51.). Mit seinem zwölften Saisontor sorgte Riglewski für Ruhe - und handelte sich Lob von Trainer Schmitt ein: "Lukas hat sich noch mal verbessert." Torgefährlich sei er schon immer gewesen, seit er in dieser Saison die Kapitänsbinde trage, übernehme er aber auch mehr Verantwortung und gehe voran. "In unserer jungen Mannschaft ist das enorm wichtig."

Der Belobigte freute sich über solch warme Worte, wollte sich aber nicht in den Vordergrund drängen. "Das war eine starke Teamleistung." Dennoch: Die Form des Stürmers stimmt, schon in der Vorwoche hatte er beim 2:5 in Eichstätt einen Doppelpack geschnürt. Weitere Tore sollen folgen, am besten schon nächsten Samstag in Fürth. Dort möchte der SVH wieder ein "Happy birthday to you" in mögliche Siegeszeremonien integrieren, schließlich feiert ausgerechnet Torjäger Riglewski dann seinen 26. Ehrentag.