SpVgg Unterhaching Schluss mit Schafkopf

Willkommen zurück: Vor zwei Wochen gegen Aalen war Hachings Sascha Bigalke noch angeschlagen und wäre geschont worden. Nun ist er fit.

(Foto: Claus Schunk)

"Wir sind heiß": Haching startet in Rostock verspätet aus der Winterpause.

Von Christoph Leischwitz, Unterhaching

Alexander Winkler, Josef Welzmüller, Sascha Bigalke und Stefan Schimmer blicken recht konzentriert drein auf der Homepage der SpVgg Unterhaching, sie trainieren gerade. Das Bild passt ganz gut zum aktuellen Terminplan der Mannschaft. Denn der Winter hat dem Fußball-Drittligisten bekanntlich eine viel längere Pause beschert als gedacht, bisweilen war wegen der Schneefälle sogar der Kunstrasenplatz gesperrt. Und so sitzen sie eben in der Vereinsgaststätte und bereiten sich dort intensiv vor - auf das Schafkopfturnier am 24. Februar. Für den Eintrittspreis von 19,25 Euro kann man dann an einem Turnier in der Vereinsgaststätte teilnehmen, die Hälfte der Einnahmen geht an einen guten Zweck. Als Hauptpreis winkt ein Flug mit der Mannschaft zu einem Auswärtsspiel.

Für die Partie am Samstag in Rostock (14 Uhr) kommt das Turnier freilich zu spät, denn die gemütliche Zeit ist nun endgültig vorbei, zumindest laut Wettervorhersage. Die nämlich ist für Samstag in Rostock so gut, dass die Partie wohl tatsächlich stattfinden wird. "Endlich", sagt Trainer Claus Schromm, kehre dann so etwas wie ein Arbeitsrhythmus ein. Auch die Mannschaft will das Eis nun schnell brechen: "Wir sind sehr heiß darauf, dass es endlich losgeht", sagt Defensivmann Max Dombrowka. Neben Luca Marseiler (Hüftverletzung) und einigen Langzeitverletzten wird auch Jim-Patrick Müller ausfallen, wegen eines Faserrisses in der Wade. "Gerade im Hinblick auf die englischen Wochen trifft uns das sehr", sagt Schromm. Erstmals im Kader steht der 18-jährige Niclas Anspach. Die beiden Spielausfälle zuletzt hatten übrigens auch ihr Gutes: Sascha Bigalke hatte noch mit einer leichten Kniereizung zu kämpfen, er hätte etwa auswärts beim VfR Aalen auf tiefem Boden gar nicht gespielt.

Nach knapp sechs statt gut drei Wochen Pause startet die SpVgg nun also mit einem Flug in den hohen Norden in die Restrunde. Wenn man den Trainern glaubt, ist der Ausgang völlig offen. Rostocks Jens Härtel, der Anfang Januar auf den beurlaubten Pavel Dotschev folgte, steht nach zwei Auswärtsniederlagen vor seinem ersten Heimspiel. "Ich glaube, sie sind noch in der Findungsphase", sagt Schromm. Er hat vor dem ehemaligen Trainer des 1. FC Magdeburg und dessen Arbeit viel Respekt und erwartet eine aggressive Mannschaft mit viel Pressing. Härtel wiederum denkt, dass die Unterhachinger "nicht wissen, wo sie stehen", weil sie ja noch gar nicht gespielt hätten.

Aber auch wenn die Hachinger zurzeit laut Schromm "keinen Rhythmus haben", so ist doch ihre größte Stärke, dass sie eingespielt sind. Unterhaching ist eine von nur drei Mannschaften, die in der Winterpause gar nicht auf dem Transfermarkt tätig geworden sind. Die Vereinsführung sieht schlicht keinen Handlungsbedarf. Und auch das Rennen um die Aufstiegsplätze "wird noch lange offen bleiben", verspricht Schromm. Das liegt nicht nur daran, dass beispielsweise der Tabellenzweite Uerdingen zurzeit ebenfalls in einer Findungsphase stecke. Sondern freilich auch daran, dass der von vielen hoch gehandelte Verfolger Unterhaching noch zwei Nachholspiele zu absolvieren hat.

Zunächst sollte der Abstand aber nicht zu groß werden. Denn im März stehen drei englische Wochen in Serie an. Schafkopf wird dann vermutlich nur noch im Bus gespielt.