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SpVgg Unterhaching:Rückflug in den Liga-Alltag

Stephan Hain Unterhaching 9 am Boden sitzend Freisteller Ganzkörper Einzelbild Aktion Action

Noch nicht bei hundert Prozent: Unterhachings Torjäger Stephan Hain hat seinen Syndesmoseriss ausgeheilt und trainiert wieder mit der Mannschaft.

(Foto: Sven Leifer/imago/foto2press)

Nach dem spielfreien DFB-Pokalwochenende gastiert die Elf von Claus Schromm in der dritten Liga am Samstag bei Aufsteiger Viktoria Köln.

Wenn 26 Fußballer zusammen unterwegs sind, dann bedeutet das, dass 15 von ihnen am kommenden Spieltag nicht in der Startelf stehen werden. Dass eine Männergruppe von dieser Größe trotzdem so kumpelhaft miteinander umgeht, gemeinsam am Lagerfeuer sitzt, stundenlang mit Gitarren-Untermalung Lieder singt, sich Witze erzählt und danach ein Großteil auch noch zusammen Schafkopf spielt, das hört sich eigentlich eher nach Waldorfschulen-Abschlussfahrt an. Diese Harmonie beim Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching hält sich schon länger, sie bestand sogar, als die Mannschaft im Frühjahr monatelang erfolglos spielte. Nichts scheint ihr etwas anhaben zu können, aber vielleicht ist das ja so gerade wegen solcher Maßnahmen: Canyoning in der Schweiz, wo man "andere Muskelgrupppen trainiert" und dann auch Grenzen überwinden müsse, so Kapitän Josef Welzmüller. Der gemeinsame Sprung ins kalte Wasser scheint zu verbinden.

So schön es im Tessin war, Claus Schromm macht keinen Hehl daraus, dass er am vergangenen Wochenende gerne woanders gewesen wäre. Unterhaching hatte am DFB-Pokalwochenende frei, weil man sich aufgrund der schlechten Rückrunde in der vergangenen Saison nicht qualifiziert hatte. "Egal wo, es ist ja immer tolle Atmosphäre", sagt der Trainer, und ein wenig scheint er sich auch über eine vertane Chance zu ärgern: "Wenn man sieht wie schwer sich Mannschaften tun, einen Drittligisten auszuschalten", da hätte man vielleicht auch noch länger mitmischen können. Beim nächsten Mal wolle man "am liebsten auf beiden Wegen" so lange wie möglich mitmischen: In der dritten Liga muss man dazu Vierter werden. Oder man gewinnt den Verbandspokal.

Spätestens am Samstag fliegt die Mannschaft zurück in den Alltag. 10.30 Uhr startet die Maschine in Manching, 11.15 von Köln/Bonn zum Sportpark Höhenberg, der Heimstätte von Viktoria Köln (Anpfiff 14 Uhr), gegen 20.30 Uhr will man wieder zu Hause sein. Und auch beim nächsten Gegner soll die Stimmung gut sein: "Wie man sich einen Aufsteiger vorstellt: mit Euphorie, aber auch mit der Überzeugung ins eigene Können", sagt Schromm. Immerhin hat die Mannschaft von Pavel Dotschev am vergangenen Spieltag 5:2 bei Bayern München II gewonnen. Die Spieleröffnung der Viktoria bezeichnet der SpVgg-Coach als "sensationell" und "mutig", in der Offensive habe das Team nicht nur wegen Albert Bunjaku viel Qualität. "Es wird ein offener Schlagabtausch", prophezeit Schromm.

Die Hachinger Startelf in Köln dürfte auf einigen Positionen verändert sein. Die Pause habe vor allem den Angeschlagenen gutgetan, vermeintliche Stammspieler melden sich zurück. Für Angreifer Stephan Hain kommt ein Einsatz am Samstag aber noch zu früh, auch wenn er mittlerweile wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Ob Dominik Stroh-Engel , 33, mitfliegt, wird kurzfristig entschieden, der jüngste Zugang und älteste Spieler ist noch nicht hundertprozentig fit. Und egal, wie die Viktoria spielen wird: Beim Hachinger 1:0-Sieg gegen Rostock habe man gesehen, wie wertvoll es ist, die Grundordnung, wenn nötig, nach ein paar Spielminuten ändern zu können. "Danach hatten wir das Spiel im Griff", sagt der Coach der noch ungeschlagenen SpVgg.

Am Mittwoch (18 Uhr) steht dann die zweite Runde im Toto-Pokal beim Bezirksligisten Wacker Neutraubling an. Die Hachinger waren in der Auslosung der zweite Wunschgegner hinter 1860. Das freue einen natürlich, sagt Schromm. Aber wohl ein bisschen auch deshalb, weil man bei dieser Partie dann nicht unbedingt einen offenen Schlagabtausch erwarten muss.