SpVgg Unterhaching Oase für Krisenzeiten

Fristverlängerung: Unterhachings Trainer Claus Schromm

(Foto: Claus Schunk)

Unterhachings Trainer Claus Schromm darf trotz einer Negativserie weitermachen. Vermutlich sogar dann, wenn auch das Spiel gegen Zwickau verloren geht.

Von Christoph Leischwitz, Unterhaching

So richtig überrascht sei er nicht über den Rückhalt im Verein, sagt Claus Schromm: So etwas zu sagen, das muss man sich als Trainer in der dritten deutschen Fußball-Liga erst mal rausnehmen können. Anderswo werden Trainer aus deutliche geringeren Gründen entlassen, mehrere in jeder Saison sogar, doch bei der SpVgg Unterhaching ist nach einer monatelangen Erfolglosserie immer noch alles beim Alten. Und darum, sagt der Trainer, "bin ich ja hier".

Schromm sagt, er wisse, was er an diesem Verein habe. Früher sei es schon mal vorgekommen, dass auch sein Telefon geklingelt habe mit Interessenten in der Leitung, doch da habe er sich umgekehrt auch nicht weglocken lassen aus Haching. Und so darf man davon ausgehen: Sogar im Fall einer weiteren Niederlage in der richtungsweisenden Heimpartie gegen den Tabellennachbarn FSV Zwickau an diesem Sonntag (13 Uhr) würde der 49-Jährige Trainer in Haching bleiben.

Schromm lieferte am Freitag ausführliche Einblicke in sein Leben, es ist ja wahrlich keine normale Zeit: "Ich versuche tagtäglich, und mittlerweile auch die Nacht über, herauszufinden, woran es liegt", sagte er über die aktuelle Situation: Die SpVgg hat von 13 Pflichtspielen 2019 erst eins gewonnen und trotz zahlreicher englischer Wochen seit Anfang März auch kein Tor mehr erzielt. Sollte es so weitergehen, schlittert die Mannschaft unweigerlich in den Abstiegskampf - zur Winterpause lag sie noch lediglich zwei Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt.

Zumindest kann der Trainer zuversichtlich sein, dass sein Team gegen Zwickau eine bessere Leistung zeigt als unter der Woche im Verbandspokal-Halbfinale gegen die Würzburger Kickers (0:3) - da hätte er "jeden Fan verstanden hätte, der pfeift", so Schromm. Aber da seien gleich drei Hachinger Spieler auf dem Feld gestanden, die gar keine Puste für 90 Minuten hatten, eine absolute Notelf. Am Sonntag werden Lucas Hufnagel und Alexander Winkler nach Krankheit wieder im Aufgebot stehen, weitere Spieler könnten dazukommen. Der am Knie operierte Alexander Kaltner, berichtete Schromm, fällt bis Saisonende aus.