SpVgg Unterhaching Niederlagen werden erträglicher

"Die heutige Leistung war ein Schritt nach vorne": Hachings Kapitän Dominik Stahl (li.) bleibt trotz neuerlicher Niederlage zuversichtlich.

(Foto: imago/Hübner)

Der Drittligist verliert das dritte Spiel in Serie nach der Winterpause. Trainer Claus Schromm erkennt beim 0:1 in Braunschweig aber immerhin einen Aufwärtstrend.

Von Christoph Leischwitz, Unterhaching

Ganz am Ende der Pressekonferenz ergriff Gastgeber André Schubert noch einmal das Mikrofon, er hatte da noch etwas vergessen: Von nun an dürfe die SpVgg Unterhaching wieder alles gewinnen, sagte der Trainer von Eintracht Braunschweig, der mit Hachings Coach Claus Schromm eine Freundschaft pflegt: "Ihr müsst die schlagen, die bei uns in der Nähe stehen. Hau rein!"

Dem Wunsch seines Kollegen-Kumpels würde Schromm freilich nur zu gerne Folge leisten, nach nunmehr drei Niederlagen in Serie zum Auftakt des Jahres 2019. Übermäßig unzufrieden wirkte der 49-Jährige nach der knappen 0:1-Niederlage in Niedersachsen allerdings auch wieder nicht. Denn er sieht seine Mannschaft trotz des erneuten Rückschlags auf dem richtigen Weg. "Ich denke, dass man aktuell die Ergebnisse und unsere Spielweise etwas trennen muss. Die heutige Leistung war ein Schritt nach vorne", fand auch Kapitän Dominik Stahl. Beim 0:2 in Rostock hieß es, man sei nach zwei ausgefallenen Spielen und langer Pause noch nicht im Rhythmus, nach dem 1:2 zu Hause gegen Wehen Wiesbaden fühlten sie sich vom Schiedsrichter ein wenig ungerecht behandelt. Diesmal seien sie immerhin eigentlich die bessere Mannschaft gewesen. Was zumindest für die erste Halbzeit stimmte. Da verpassten es die Unterhachinger denkbar knapp, endlich mal wieder in Führung zu gehen. Doch Stefan Schimmer setzte die erste Großchance mit einem Innenrist-Schuss aus zehn Metern neben den Pfosten, nachdem sich Luca Marseiler sehenswert an der Grundlinie durchgesetzt und den Angreifer perfekt in Szene gesetzt hatte.

Gut vier Minuten später traf Sascha Bigalke mit einen Freistoß die Latte, Braunschweigs 1,98-Meter-Mann Jasmin Fejzic im Tor wäre chancenlos gewesen. Zurzeit fehle eben ein wenig die "Killermentalität", findet Stahl, weshalb man immer einem Rückstand hinterherlaufen musste. Mit Killermentalität meint er jene Konsequenz, mit der Braunschweigs Marcel Bär dann den Ball ins Tor drosch. Er kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, niemand schien damit gerechnet zu haben, dass er aus so spitzem Winkel abziehen würde (44.). "Dass wir zur Halbzeit zurückliegen, konnten wir selbst nicht ganz glauben", sagte Schromm später.

Das Hinterherlaufen sah nach dem Seitenwechsel eine Weile noch recht vielversprechend aus. Stephan Hain köpfelte nach einem Freistoß von Alexander Winkler, der für den erkrankten Marc Endres in der Innenverteidigung auf dem Platz stand, über das Tor (53.). Und der starke Lucas Hufnagel verpasste vom Strafraumrand mit seinem Schuss das Kreuzeck nur knapp (56.). Danach aber erspielte sich Braunschweig in einer zunehmend hektischen Partie ein klares Chancenplus, Keeper Lukas Königshofer bekam viel zu tun und bewahrte seine Mannschaft vor einer höheren Niederlage. "Wir sind vom Plan abgekommen", analysierte Schromm, "vorher, als es noch ruhig war im Stadion, waren wir gut." Was seine Mannschaft von diesem Spiel mitnehmen müsse: "Dass wir die letzten 20 Minuten weiter gewinnen und nicht verlieren." Dann klappe es wahrscheinlich auch mit dem Gewinnen insgesamt wieder.

Womöglich fehlte gegen Ende ebenfalls eine Art Killermentalität: Die drei eingewechselten Spieler der Braunschweiger gingen giftig zur Sache und sahen allesamt gelbe Karten. Auf der anderen Seite wurde der eingewechselte Finn Porath, der nach einer Bänderverletzung etwas überraschend im Kader stand, wegen eines eher überflüssigen und unnötigen Fouls verwarnt - und ist für die nächste Partie auch noch gesperrt. Außer einem Getümmel im Strafraum der Braunschweiger tat sich vor dem gegnerischen Tor nicht mehr viel. Schromm wies nicht zu Unrecht darauf hin, dass der Gegner viele Defensivspieler mit reichlich Erfahrung verpflichtet habe - "davon sind wir noch Jahre weg", sagte der Trainer des Tabellensechsten über den Tabellensiebzehnten, der allerdings eine starke Tendenz nach oben aufweist. Die zunehmen könnte, wenn sich Schromms Hachinger in den kommenden Wochen ganz im Sinne des Kollegen um deren Tabellennachbarn kümmern würden.

An diesem Mittwoch steht die Nachholpartie beim VfR Aalen an, und auch in diesem Fall scheint es, als treffe man auf einen Gegner mit aktuell stark verbesserter Form.