bedeckt München
vgwortpixel

SpVgg Unterhaching - Ahlen:Gefühlte Niederlage

Unterhachings Fußballer holen gegen Ahlen ihren ersten Punkt - ihr erstes Saisontor will ihnen jedoch nicht gelingen.

Lange hatten sich die Akteure Zeit gelassen, ehe sie endlich Vollzug melden konnte. Auch wenn Klaus Augenthaler und Sportdirektor Francisco Copado im Nachhinein steif und fest behaupten, die Vertragsverlängerung des Trainers im Frühsommer sei nur Formsache gewesen, so darf nach dem verkorksten Start der SpVgg Unterhaching in die neue Drittligasaison doch angenommen werden, dass Augenthaler seine Zweifel hatte, ob die ihm gestellte Aufgabe wirklich zu lösen sei.

SpVgg Unterhaching

SpVgg Unterhaching gegen RW Ahlen: Sieg für die Hachinge - wenn auch ohne Tor (v.l.: Alder, Kanca)

(Foto: Claus Schunk)

Mit einer runderneuerten Mannschaft sollte er um den Aufstieg mitspielen. Gestern Abend fand nun das dritte Spiel statt - vor trister Kulisse gegen den nicht eben schillernden Zweitligaabsteiger Rot-Weiß Ahlen. Und es war wieder nicht das, was man gemeinhin unter dem Begriff Fußballfest versteht. Am Ende stand wenigstens der ersten Punktgewinn für die SpVgg - doch das 0:0 dürfte den Glauben Augenthalers in die Stärke seines Teams nicht wesentlich vergrößert haben.

Dass es dem Hachinger Kader in der Breite an Qualität fehlt, hatte man schon zuletzt beim 0:3 in Regensburg gesehen. Auch gegen Ahlen fehlten die Routiniers Hoffmann und Tyce, Mittelfeldspieler Fioretto, sowie Stürmer Gunnlaugsson allesamt verletzt und dazu auch noch der gesperrte Rechtsverteidiger Thorsten Schulz. Diesen ersetzte Augenthaler mit Markus Schwabl und brachte zudem eine zweite Spitze, Ömer Kanca spielte für Mitterhuber.

Doch nicht nur die Auf-, auch die Einstellung der Rot-Blauen war zumindest anfangs eine andere als zuletzt. Sie versuchten, den nach zwei Unentschieden ebenfalls nicht mit Selbstvertrauen im Übermaß ausgestatteten Gegner zu dominieren. Dennoch hatte Ahlen die erste Chance, Hilles Aufsetzer stellte SpVgg-Torwart Kampa vor keine großen Probleme (8.). Dann erhöhten die Gastgeber die Schlagzahl, Hain jagte den Ball nach einer Ecke über den Kasten, Villar wurde im letzten Moment geblockt (16.) und scheiterte fünf Minuten später nach sehenswerter Kombination über Stegmayer und Kanca kläglich an RW-Schlussmann Maczkowiak, Kanca schließlich schlenzte den Ball aus spitzem Winkel aufs Dach des leeren Tores.

Die Regel, wonach ein derart fahrlässiger Umgang mit Torchancen bestraft wird, entkräftete Ahlens Janis Kraus, der es freistehend nicht schaffte, Kampa zu überwinden (32.). Die Zuschauer im Sportpark beschlich mehr und mehr das Gefühl, dass hier mitnichten zwei Torfabriken aufeinandertrafen. Dabei hätte schon ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse Klarheit gebracht: Nur die Westfalen hatten in den ersten beiden Saisonspielen getroffen - einmal.

Folgerichtig ging es torlos in die Pause und Klaus Augenthaler machte einen leidlich verzweifelten Eindruck, als er Schwabl mit deutlichen Worten zu größerer Konzentration aufforderte. Doch auch nach dem Wechsel blieb die Fehlerquote hoch, schön anzusehen war das Gebotene nicht. Augenthaler saß nicht lange still, immer wieder forderten missglückte Aktionen seiner Spieler lautstarke Ermahnungen hervor. Und er musste den nächsten Ausfall hinnehmen: Leandro Grech, einer der Aktivposten, hatte nach einem Zusammenprall mit Schwindel zu kämpfen, musste raus (69.) und später zu einer Untersuchung ins Krankenhaus.

So tröpfelte das mittlerweile gähnend langweilige Spiel seinem Ende entgegen. Hille hätte Ahlen den ersten Sieg bescheren können, doch er scheiterte an Kampa (84.), auf der Gegenseite war Tunjic knapp dran, zum Helden des Tages zu avancieren - sein Kopfball flog vorbei (86.). Es passte zu diesem Spiel und der Situation in Haching, dass sich Orkan Balkan kurz vor Schluss zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ und vom Platz flog.