bedeckt München

Segeln:Der Jugend noch eine Chance

Der Bayerische Yacht-Club setzt im Kampf um den Bundesliga-Klassenverbleib auch im Saisonfinale in Hamburg auf der Außenalster auf seine Junioren.

Von Ralf Tögel

Jammern gilt nicht: Dabei hätte Ilja Wolf nach dem jüngsten Spieltag in der Segel-Bundesliga allen Grund zur Klage gehabt. Der Teammanager des Bayerischen Yacht-Clubs (BYC) will sich aber erst gar nicht mit trüben Gedanken beschäftigen, schließlich steht von Freitag bis Sonntag der finale Spieltag in der Segel-Bundesliga auf dem Programm. Wenn also der ausrichtende Norddeutsche Regatta Verein zum letzten Vergleich nach Hamburg auf die Außenalster lädt, rangiert Wolfs Mannschaft auf dem 14. Gesamtplatz, der als letzter auch für die kommende Saison die Zugehörigkeit zur Beletage der nationalen Segelelite garantiert und den es nun also zu verteidigen gilt.

Der jüngste Spieltag in Kiel hatte für Wolf und seine Aktiven ein paar ganz besondere Hürden zu bieten, denn im Vorfeld des vierten Spieltages hatte Schleswig-Holstein allen Seglern mit Wohnort München die Einreise ohne vorherige Quarantäne untersagt. Was beim BYC zwei Crewmitglieder betroffen hatte, "weshalb wir unser Team unter Zeitdruck ummodeln mussten", so Wolf. Eigentlich sollte eine erfahrene Crew das Ruder herumreißen, denn der BYC stand zu diesem Zeitpunkt auf einem Abstiegsplatz. So aber setzte der Teamchef einmal mehr auf sein Nachwuchsteam, das so den letzten Spieltag in der Junioren-Bundesliga verpasste und damit auch die Chance auf den dritten Gesamtrang, der zur Champions League berechtigt hätte. Als dann die Nachricht eintrudelte, dass aufgrund der gesunkenen Sieben-Tage-Inzidenzzahl in der Landeshauptstadt auch Münchner Segler hätten starten dürfen, war die BYC-Crew längst unterwegs. "Das war schon heftig", sagt Wolf, der aber mit dem elften Platz seiner Youngster zufrieden war, die damit immerhin aus der Abstiegszone geschippert waren. Wolf setzt nun erneut auf die Jugend, er stellt Steuermann Felix Kaiser und Taktiker Nils Sternbeck, beides Junioren, in Adrian Hoesch und Leopold Lindner allerdings zwei erfahrenere Kräfte zur Seite.

Für den DTYC und den MYC sollte der Klassenerhalt Formsache sein

Besser gestaltet sich die Situation bei den Kollegen vom Starnberger See, sowohl der Deutsche Touring Yacht-Club (DTYC) wie auch der Münchner Yacht-Club (MYC) waren mit den ursprünglich geplanten Aufstellungen in die Regatta gegangen. Was dem Umstand geschuldet war, dass beide Klubs aus zeitlichen Gründen ihre Mannschaften nicht hatten neu formieren können. Der DTYC landete in Kiel auf dem zehnten Platz und ist nun Gesamtzwölfter mit sechs Punkten Polster zur Abstiegszone. Noch besser lief es für den MYC, der sein erstes Rennen in der Bundesliga überhaupt gewann, sich auf Gesamtplatz zehn verbesserte und damit aller Abstiegssorgen entledigen konnte.

© SZ vom 08.10.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite