Radsport Sonniger Auftakt

Knapp verloren, aber Bronze gewonnen: Denise Schindler (re.) muss beim Straßen-Weltcup die spätere Zweite Jamie Whitmore ziehen lassen.

(Foto: Peter Gaiserbauer/oh)

Denise Schindler startet mit zwei Bronzemedaillen in den Straßen-Weltcup im Paracycling - ihre Fernziele sind ambitionierter.

Von Elena Bruckner, Olching

Denise Schindler ist mit zwei Bronzemedaillen in den Straßenweltcup im Paracycling gestartet. Beim Saisonauftakt in der italienischen Gemeinde Corridonia in den Marken fuhr die 33-jährige Olchingerin sowohl im Zeitfahren als auch im Straßenrennen auf den dritten Platz.

Schindler, die sich zuletzt im Trainingslager auf Mallorca auf den Weltcup vorbereitet hatte, fuhr die 18 Kilometer lange Zeitfahrstrecke in 35:20,83 Minuten. Dabei nutzte sie die für sie idealen äußeren Bedingungen - 18 Grad und Sonnenschein - für sich und verpasste mit einem Abstand von knapp fünf Sekunden auf die zweitplatzierte US-Amerikanerin Jamie Whitmore die Silbermedaille nur knapp. Erste wurde mit einer Minute Vorsprung die australische Newcomerin Paige Greco.

Schindler zeigte sich trotzdem zufrieden mit dem dritten Platz, vor allem da sie keine Bergspezialistin sei, sondern ihre Stärken eher auf ebenen Strecken sehe: "Der Kurs in Corridonia ist bergig und technisch sehr anspruchsvoll. Insbesondere beim Anstieg kurz vor dem Ziel musste ich wirklich in die Vollen gehen. Deshalb ist der dritte Platz ein super Erfolg." Statt mit einer Zeitfahrmaschine war Schindler mit einem Straßenrad an den Start gegangen. "Für diese Strecke war das genau die richtige Wahl, damit konnte ich die entscheidenden Sekunden rausholen", sagte Schindler, die bei den Paralympics bislang drei Medaillen gewann, 2016 in Rio Silber und Bronze, vier Jahre zuvor in London Silber.

Nicht weniger anspruchsvoll als das Zeitfahren war die Strecke im Straßenrennen, auf der die Fahrer auf 54,6 Kilometern insgesamt 1000 Höhenmeter überwinden mussten. Erschwerend kamen anders als noch beim Zeitfahren schlechte Wetterverhältnisse hinzu, die den Fahrern bei den Abfahrten auf regennassen Straßen Probleme bereiteten. Schindler schaffte es dennoch, durchgängig in der Spitzengruppe mitzufahren. Nach einem starken Schlusssprint reichte es auch hier für den dritten Platz, erneut hinter Whitmore und Greco. "Das Rennen hat mir viel Spaß gemacht. Da war alles dabei, steile Abfahrten, Aufholjagden und ein knappes Finish. Ich habe mich nicht geschont und alles gegeben", sagte die mehrmalige Straßen- und Bahnrad-Weltmeisterin, die als Zweijährige nach einem Unfall mit einer Straßenbahn ihren rechten Unterschenkel verlor und seit 2011 Leistungssport macht.

Der dreiteilige Paracycling-Weltcup geht schon an diesem Donnerstag in Ostende in Belgien in die nächste Runde, am Freitag startet Schindler bei einem weiteren Zeitfahren, am Sonntag darauf dann im Straßenrennen. Das Finale ist Anfang August in der kanadischen Stadt Baie-Comeau in der Provinz Québec. Fernziel Schindlers sind die Paralympics 2020 in Tokio - wo sie am liebsten weitere Medaillen sammeln würde.