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Quantensprung-Preis:BLSV zeichnet innovative Projekte aus

BLSV zeichnet zwei innovative Projekte mit dem Quantensprung-Preis aus

Der Volksmund hat schon vieles umgedichtet, und natürlich hat er auch vor dem olympischen Motto nicht haltgemacht. "Dabeisein ist alles" war ohnehin nie die von Pierre de Coubertin ausgegebene Devise, doch auch sein "citius, altius, fortius" (höher, schneller, stärker) hat sich landläufig irgendwie fortentwickelt zu "höher, schneller, weiter". Wieso das geschah, ist unerheblich. Klar ist, dass wohl beide Varianten den vermeintlichen Grundcharakter von Sport ausdrücken wollen.

Dass Sport in einer Gesellschaft noch viel mehr sein kann (und sollte), hat der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) gerade wieder mit der Verleihung seines Preises "Quantensprung" unterstrichen. "Vereinsarbeit im nächsten Jahrzehnt" lautete bei der Gründung vor elf Jahren der Untertitel des Wettbewerbs, der seitdem jedes Jahr Breitensportvereine für besonderen Einsatz und innovative Ideen belohnt. Zwei der fünf Preisträger für 2019 kommen aus der Region, und auch ihre Ansätze gehen sehr deutlich über "höher, schneller, weiter" hinaus. So wurde der ESV München für sein Innovationsprojekt "AdieuPositas" ausgezeichnet, und der FC Puchheim (Landkreis Fürstenfeldbruck) für "Sport und Bewegung trotz(t) Demenz".

"AdieuPositas" hat zum Ziel, übergewichtigen Kindern und Jugendlichen sowie deren Eltern zu einer Veränderung von Verhalten und Lebensstil zu verhelfen, wozu beim ESV Sportlehrer mit Medizinern und Ernährungsexperten zusammenarbeiten. Dafür bekam der Verein nun einen mit 4000 Euro dotierten Preis. Der BLSV-Kreisvorsitzende Hermann "Beppo" Brem lobte die Münchner Vereine, die es verstanden hätten, welche Brücken der Sport bauen könne.

Auch der FC Puchheim hat ein großes gesellschaftliches Problem aufgegriffen. Initiatorin Bärbel Padilla-Ottl und ihr Kollege Wolfgang Stagun haben sich bei der Alzheimer Gesellschaft gezielt fortgebildet, damit nun Menschen mit beginnender Demenz zweimal wöchentlich an Sportstunden teilnehmen können.

© SZ vom 13.02.2020 / Andreas Liebmann
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