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Paralympics:Biathletin Klug gewinnt Bronzemedaille

Paralympics Pyeongchang 2018 - Biathlon

"Schwimmflügel her und weiter geht's": Clara Klug holt im Frühling von Pyeongchang ihre erste Medaille.

(Foto: Jan Woitas/dpa)

Die 23-jährige sehbehinderte Münchnerin wird bei den Paralympics Dritte.

Ihre Wünsche für Südkorea hatte Clara Klug vergangene Woche schon sehr klar umschrieben: "Mein Ziel ist ein Podiumsplatz. Die Farbe ist mir wurst, Hauptsache, ich nehme so ein rundes Teil mit nach Hause", hatte die Münchnerin der Süddeutschen Zeitung gesagt. Am Dienstag ist der Traum der sehbehinderten Biathletin in Pyeongchang bei ihren ersten Paralympics überhaupt wahr geworden. Die 23-Jährige gewann mit ihrem Begleitläufer Martin Härtl Bronze über die 10-Kilometer-Strecke. Klug musste sich nur Goldgewinnerin Oksana Schischkowa aus der Ukraine und der Russin Michalina Lisowa geschlagen geben. Vor allem um Lisowa hatte es in den vergangenen Tagen heftige Turbulenzen gegeben, da sie unter Dopingverdacht steht, vom Internationalen Paralympischen Komitee aber dennoch kurzfristig als neutrale Athletin zu den Spielen zugelassen wurde. "Ich habe es noch gar nicht richtig realisiert", sagte Klug kurz nach dem Rennen. "Ich habe im Ziel hundertmal gefragt, ob das wirklich stimmt, dass ich eine Medaille habe."

Mit einer Zeit von 42:01,6 Minuten fehlten Klug bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen gut vier Minuten zu Gold. Vor dem Rennen war sie noch davon ausgegangen, "keine Chance" zu haben. "Das sind eigentlich überhaupt nicht meine Bedingungen. Ich bin Wintersportlerin und das sind Sommertemperaturen für mich", sagte Klug bei Temperaturen um die 15 Grad und extrem sulzigem Schnee im Biathlon-Stadion. Bei der letzten ihrer vier Schießeinlagen hatte sich die Computerlinguistik-Studentin einen Fehler geleistet und musste in die Strafrunde. Ihr Vorsprung auf die viertplatzierte Ukrainerin Olga Prylutska schmolz dahin, am Ende rettete sich Klug mit 14,2 Sekunden Vorsprung ins Ziel. "Schwimmflügel her und weiter geht's", sagte die in Pasing wohnende Biathletin dann noch lapidar im Hinblick auf ihr letztes geplantes Rennen am Freitag über die 12,5-Kilometer-Strecke. Am vergangenen Samstag war Klug über die Sechs-Kilometer-Distanz nach zwei Stürzen und einem Stockbruch unglückliche Sechste geworden.

© SZ vom 14.03.2018
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