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Para-Sport:Auf Goldkurs

The qualifying of the 3km pursuit of the UCI 2019 Para Cycling Track World Championships 14 03 201

Denise Schindler bei der WM im Frühjahr.

(Foto: Oliver Kremer/imago)

Die Olchingerin Denise Schindler gewinnt beim Paracycling-Rennen in Manchester - und sammelt Qualifikationspunkte für die Paralympics.

"Guten Morgen Manchester", schrieb Denise Schindler vergangenen Donnerstag, zwei Tage vor dem Beginn ihrer Rennen beim dortigen Para-Cycling International Cup. "Eins ist hier sicher: Auf den Regen ist Verlass." Gut nur, dass der Olchinger Paracyclerin Schindler das Wetter herzlich egal sein konnte, jedenfalls beim Wettkampf im Hallenoval der englischen Großstadt. Die 34-jährige Weltmeisterin und Paralympics-Medaillengewinnerin gewann später Gold in der Drei-Kilometer-Verfolgung und sicherte sich dadurch beim wichtigen internationalen Wettbewerb auch Qualifikationspunkte für die Paralympischen Spiele 2020 in Tokio.

In der Qualifikation hatte sich Anna Beck noch mit ein paar Millisekunden Vorsprung vor Schindler durchgesetzt, im ähnlich spannenden Finale lag Schindler dann in starken 4:07, 332 Minuten knapp 0,6 Sekunden vor ihrer großen Konkurrentin aus Schweden. Eine Woche zuvor war Schindler zum Winterauftakt in Frankfurt/Oder bereits deutsche Meisterin über dieselbe Strecke geworden. In Manchester traf die gebürtige Chemnitzerin, die als Zweijährige in ihrer Heimatstadt ausrutschte, von einer Straßenbahn erfasst wurde und ihr rechtes Bein verlor, auf starke Konkurrenz aus Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und Irland. Auch deshalb zeigte sie sich sehr zufrieden mit dem Wettkampf: "Ich bin überglücklich über diese Goldmedaille. Bei einer so starken Konkurrenz musste ich alles aus mir herausholen, jede Sekunde des Rennens. Mit dieser Motivation und Energie kann ich nun ins anstehende Trainingslager zur Vorbereitung der Weltmeisterschaft im Januar starten", sagte Schindler.

Sie fliegt nun nach Südafrika, um sich auf die WM in der kanadischen Stadt Milton, die rund 40 Kilometer westlich von Toronto am Rande der Niagara-Schichtstufe liegt. Es ist ein entscheidendes Rennen im Hinblick auf die Qualifikation für die Paralympics in Tokio, die am 25. August starten. Für Schindler wäre es die dritte Teilnahme nach 2012 in London, wo sie Silber im Straßenrennen gewann, und 2016 in Rio, als es für sie neben Silber im Einzelzeitfahren noch zu Bronze im Straßenrennen reichte. Ihr Ziel für Japan ist klar: Ihr erstes paralympisches Gold zu gewinnen.