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Olympiapark:Aushub im Januar

Red Bull

Auf den Rückhalt von 11 500 Zuschauern müssen die Eishockeyspieler des EHC Red Bull und die Bayern-Basketballer etwas länger warten.

(Foto: 3XN Architects & MIR / oh)

Red Bull und der FC Bayern Basketball sehen den späteren Baubeginn für den SAP Garden gelassen. Anfang 2020 soll es nun aber losgehen.

Von Ralf Tögel

Am Freitag kommt lieber Besuch aus Barcelona nach München: Svetislav Pesic, ehemaliger Meistertrainer der Bayern-Basketballer, wird am Freitag vorbeischauen, doch er hat nichts Gutes im Sinn. Der 70-Jährige bringt zum Euroleague-Gastspiel ein paar katalanische Hünen mit in den Audi Dome (Spielbeginn 20.30 Uhr), Pesic ist ja mittlerweile Trainer des FC Barcelona.

Im März noch gewannen die Münchner ihr Heimspiel, in dieser Saison aber haben sich die Spanier enorm verstärkt und sind ein heißer Titelfavorit. Auch in den kommenden Jahren wird Barca, vermutlich weiterhin mit Pesic, Station in München machen. Spätestens in der Saison 2021/22 sollte der FCB eigentlich 11 500 Fans im Rücken haben, doch der Bau des SAP Garden im Olympiapark verzögert sich. Eigentlich hätten FCB-Präsident Uli Hoeneß, Red-Bull-Eigner Dietrich Mateschitz und Münchens dritte Bürgermeisterin Christine Strobl bereits im Herbst mit einem Schäuflein bewaffnet etwas Sand in die Kameras schippen sollen, doch die Grundsteinlegung ist vorerst gecancelt, wie Strobl berichtet: "Der Aushub ist für Anfang Januar geplant." Zu den Gründen dieser Verzögerung will sich die Sportbürgermeisterin nicht äußern, das obliege dem Bauherrn Red Bull. Auch über die Ursachen der Verzögerung gibt es von ihr keine Informationen, Strobl sagt aber, dass sie den ursprünglichen Zeitplan ohnehin für "sehr ambitioniert" gehalten habe. Sie habe schon mehrere solcher Riesenprojekte begleitet, "wenn sich da irgendwas verzögert", dann würde sich ein Bautermin sehr schnell nach hinten schieben: "Das ist dann halt so."

Die Red Bull Stadion München GmbH hat ebenfalls nur die Verzögerung bestätigt, mit ein paar dürren Zeilen: Der Bauantrag sei offiziell eingereicht, das Bewilligungsverfahren des Projekts laufe. "Die Fertigstellung der neuen Heimspielstätte des dreifachen deutschen Eishockeymeisters Red Bull München ist für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant. Voraussetzung hierfür ist ein planmäßiger Verlauf der Bauabwicklung, der Baubeginn ist für den Jahresbeginn 2020 geplant."

Dass verunreinigtes Grundwasser zu der Verzögerung geführt habe, wollte keiner der Beteiligten kommentieren. Der Schaden halte sich aber in Grenzen, findet Strobl, denn der EHC Red Bull habe ja das Olympia-Eisstadion: "Wir haben immer gesagt, dass wir erst zumachen, wenn drüben offen ist." Sie hoffe, dass sich keine größeren Sanierungsmaßnahmen mehr ergeben. "Momentan läuft alles gut", erklärt Strobl, lediglich in der betagten Eisaufbereitungsanlage sieht sie eine mögliche Schwachstelle: "Noch funktioniert alles. Wir hoffen, dass das so bleibt."

Die Basketballer überlassen ebenfalls dem Eishockey-Partner die Informationshoheit, außerdem besteht auch in diesem Fall kein dringender Handlungszwang. "Der Vertrag mit dem Audi Dome läuft ja", erklärt Strobl, wie auch der Spielbetrieb in Euroleague und Bundesliga. Svetislav Pesic teilt mit, dass er sich auch auf den Audi Dome freue.

© SZ vom 19.12.2019

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