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Linksaußen:Angriff mit dem Süper-Chip

Hat er den EHC München auf dem Gewissen? Elon Musk. Noch fehlen Beweise.

(Foto: Frederic J. Brown/afp)

Ist im Münchner Sport eine Verschwörung zugange? Die Signale sind deutlich, und das Ende ist nah.

Kolumne von Andreas Liebmann

Manchmal lauert der Fehler im Detail. Es war eben nicht der zwielichtige Computerhändler, sondern der durchtriebene Autoverkäufer, vor dessen dunklen Machenschaften die Menschheit sich fürchten muss. Also nicht Bill Gates, sondern Elon Musk. Kann man verwechseln. Ansonsten aber waren die Damen und Herren von der Weltverschwörungsthesenfabrik Qanon diesmal verflixt nah dran an der Wahrheit.

Gates, das ist ja nun bekannt, hat das Coronavirus nur erfunden, um unter dem Vorwand von Impfungen allen Menschen heimlich Mikrochips einzupflanzen. Oder einpflanzen zu lassen, weil er sonst wirklich sehr viel zu tun hätte und wohl kaum noch dazu käme, in seiner Freizeit kleine Kinder zu fressen. Jedenfalls macht er das, weil... - egal.

Nun hat aber tatsächlich nicht Gates, sondern Elon Musk, der Erfinder der sich selbst zerstörenden Mondrakete, kürzlich ein Experiment veröffentlicht mit einem Affen, dem ein Chip ins Gehirn gepflanzt wurde. Der ermöglichte es ihm, allein mit der Kraft seiner Gedanken ein Computerspiel zu steuern (dem Affen, nicht Elon Musk). Tierschützer monierten, dass der Affe dafür stundenlang auf einen Monitor starren musste, hungrig und durstig, womit ihm ein übles Schicksal aufgezwungen wurde, das außer ihm weltweit allerhöchstens noch Pubertierende, E-Sportler und Regionssportjournalisten im Homeoffice kennen.

Ein Münchner Schwächeanfall, fast wie auf Knopfdruck - Zufall?

Musk also ist der durchtriebene Bösewicht mit den Mikrochips. Hätte man ahnen können. Auch er steckt ja tief in einer Impfstofffirma, die sicher längst liefern könnte, wenn das Verstecken seiner Mikrochips nicht den ganzen Betrieb aufhalten würde. Dass diese Chips eines Tages Krankheiten heilen sollen, mag glauben, wer will, da steckt etwas anderes dahinter! Etwas Größeres, Perfides! Sie werden damit unser aller Gedanken steuern! Sogar die quergedachten.

Und offensichtlich sind auch schon allerhand Menschen ohne ihr Wissen mit solchen Chips ausgestattet worden, zu Testzwecken. Wie sonst ließe sich erklären, dass der erfolgsverwöhnte EHC München plötzlich wie ferngesteuert gegen Ingolstadt übers Eis taumelt. Ein Schwächeanfall, fast wie auf Knopfdruck - Zufall?

Dann war da diese seltsame Sache mit der Super League (*übrigens nicht zu verwechseln mit der Süper Lig - einer Kölner Stadtliga, benannt nach dem Musiker Hans Süper, Anm. d. Red.): Zwölf Klubchefs unterzeichnen milliardenschwere Verträge, und fast alle können sich Stunden später nicht mehr daran erinnern. Filmriss offenbar, nicht mal ein verwirrtes "Wir waren doch nicht geistig umnachtet" brachten sie zustande, wie Bouffier über die Laschet-Wahl. Noch Fragen?

Was gäbe Manfred Schwabl dafür, wenn er seine alte Siegermentalität auf diese Art weitergeben könnte

Es mag nach Verfolgungswahn klingen, aber achten Sie auf die Signale! Wenn Sie demnächst Andrea Trinchieri bei den Bayern-Basketballern meditierend an der Seitenlinie vorfinden; oder sie hören Bayern Münchens Sportvorstand Hasan Salihamidzic, der zurzeit so viele derbe Attacken aus den sozialen Hetzwerken einstecken muss, plötzlich etwas so Substanzielles zur Ausrichtung des Fußball-Rekordmeisters sagen, dass es so klingt, als spräche aus seinem Bauch Matthias Sammer: Dann bringen Sie sich in Sicherheit. Das Ende naht.

Rein theoretisch ließe sich mit einer solchen Technik natürlich auch Gutes bewerkstelligen. Was gäbe zum Beispiel Trainer Arie van Lent dafür, wenn er Hachings Stürmer endlich zum Toreschießen coachen könnte, allein durch stille Übertragung seiner Torjäger-Gedanken. Und wie gerne würde wohl auch Präsident Manfred Schwabl seine alte Siegermentalität auf diese Art weitergeben. Tja.

Wo bleibt eigentlich dieser verfluchte Chip, wenn man ihn wirklich braucht?

© SZ
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