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Leichtathletik:Zwei Münchnerinnen lösen Ticket für Doha

Sondersportfest WM Qualifikation Pfungstadt 21 08 2019 Freuen sich gemeinsam ueber ihre WM Qualifi

Freuen sich über die WM-Qualifikation: Christina Hering und Katharina Trost (links).

(Foto: R. Schmitt/imago)

Christina Hering und Katharina Trost schaffen die WM-Norm über 800 Meter.

Vier Jahre und 28 Tage war es her. Eine lange Zeit, aber Christina Hering kann sich natürlich noch erinnern. Es waren deutsche Meisterschaften in Nürnberg, vor allem ging es für die Münchner 800-Meter-Läuferin damals um ihr WM-Ticket; ihr fehlte noch die Norm. Ihr Glück: Ihre Trainingskollegin Fabienne Kohlmann war in herausragender Form und zog Hering mit, die sich dank der gemeinsamen Taktik in 1:59,54 Minuten ebenfalls für die WM in Peking qualifizierte und erstmals in ihrer Karriere unter zwei Minuten lief - was ihr seitdem nie wieder gelang. Bis zum Mittwochabend. Ein kurzfristig angesetztes Abendsportfest im hessischen Pfungstadt, 20 Grad, Windstille. Ihre LG-Stadtwerke-Trainingskollegin hieß diesmal Katharina Trost (li. im Bild). Beide hatten zuletzt vergeblich versucht, die WM-Norm für Doha (27. September bis 6. Oktober) von 2:00,60 Minuten zu erfüllen, Hering bei der Team-EM im polnischen Bydgoszcz, Trost beim EAA-Meeting in Schifflange, Luxemburg. Sie hatten jeweils mit Wind zu kämpfen. Am Mittwoch machte in der ersten Runde Rebekka Ackers (Leverkusen) Tempo, dann übernahm Trost, 24, die Führung, ehe die 24-jährige Hering eingangs der Zielgeraden vorbeizog. Das Ergebnis: Für Hering standen 1:59,41 Minuten auf der Uhr, drei Hundertstelsekunden schneller als ihre bisherige Bestzeit. Auch Trost qualifizierte sich in neuer Bestzeit von 2:00,36 Minuten für Doha. Hering sicherte sich damit auch gleich die Norm für die Olympischen Spiele in Tokio. Im Ziel habe sie ihre Zeit erst gar nicht fassen können, sagte sie. "In den letzten Jahren war ich vom Trainingsstand her auch in der Lage, solche Zeiten zu laufen, aber ich habe einfach kein Glück mit den Rennen gehabt." Diesmal habe sich alles wunderbar gefügt. Nun ist sie aktuell die viertschnellste Europäerin. Seit 2004 lief nur einmal eine Deutsche schneller, nämlich Fabienne Kohlmann (1:58,34). Und auch den Stadionrekord in Pfungstadt hält sie nun. Den nahm sie einer gewissen Konstanze Klosterhalfen ab, der Fabelrekordläuferin über 3000 Meter.