Leichtathletik Frischluft

Münchens Leichtathleten steigen in die neue Wettkampfsaison ein. Nicht alle starten bei schillernden Meetings, wie Johannes Trefz in Yokohama. Christina Hering lief beispielsweise über 600 Meter - in Pliezhausen.

Von Andreas Liebmann

Sofern man nicht gerade eine Bank überfallen hat, kann es auch Vorteile haben, kein Sprinter zu sein. Während die besten deutschen Kurzstreckenspezialisten wie Johannes Trefz vom TSV Gräfelfing am vergangenen Wochenende bei der inoffiziellen Staffel-Weltmeisterschaft in Yokohama starteten, mit dem Auftrag, sich in Frauen-, Männer- und der neuen Mixed-Klasse an der Qualifikation für die echte WM im Herbst in Doha zu versuchen, haben viele ihrer Leichtathletikkollegen aus anderen Disziplinen nämlich das gemacht, was sie immer machen um diese frühe Jahreszeit: sich ganz sachte an die beginnende Freiluftsaison heranzutasten und dabei jene Form ersten Tests zu unterziehen, die sie sich in den bisherigen Trainingslagern in wärmeren Gefilden angeeignet haben.

So hat am Sonntag etwa Christina Hering, deutsche Meisterin über 800 Meter von der LG Stadtwerke München, ihr Freiluftdebüt beim Läufermeeting in Pliezhausen gegeben, wo sie sich aus dem Angebot an ungewöhnlichen Distanzen die 600 Meter heraussuchte und Zweite wurde; in 1:28,98 Minuten, knapp hinter der Schweizer Meisterin Lore Hoffmann. Ihre Vereinskolleginnen Katharina Trost, deutsche Hallenmeisterin über 800 Meter, und Mareen Kalis entschieden sich für die 1000 Meter, wo Kalis Fünfte wurde, gut acht Sekunden hinter Siegerin Trost (2:40,29), die offenbar schon wieder prächtig in Form ist.

Die Kugelstoßer haben sich am Samstag in Wasserburg nach draußen gewagt, wo bei den Männern der Kirchheimer Christian Zimmermann mit 18,85 Meter Lukas Koller von der LG Stadtwerke hinter sich ließ. Dessen Team dominierte die U18-Bewerbe, es gewannen Cassandra Bailey und Alexander Schaller (knapp vor Dominik Idzan). Viel los war auch beim Rolf-Watter-Sportfest in Regensburg, wo der Münchner Sprinter Fabian Olbert in 10,69 Sekunden die 100 Meter der U20 gewann. Nicht jeder muss gleich in Yokohama sprinten.