Handball München braucht Handball-Lehrer

Ein zweitägiges Hochschulsymposium am WM-Gruppenspielort München zeigt auf, dass eine gezieltere Förderung an Schulen notwendig ist für den Handballsport in Bayerns Landeshauptstadt.

Von Moritz von Laer

Im Rahmen der WM hat der Deutsche Handballbund (DHB) in Kooperation mit dem Bayerischen Handball-Verband (BHV) und der Technischen Universität München (TUM) ein zweitägiges, wissenschaftliches Hochschulsymposium am Gruppenspielort München veranstaltet. Dabei versammelten sich führende Handballforscher und Vertreter des DHB sowie des BHV, um sich über aktuelle Themen des Handballs in Deutschland auszutauschen.

Ben Schulze, 28, wissenschaftlicher Mitarbeiter der TUM für Sport- und Gesundheitsdidaktik sowie Vizepräsident des BHV, referierte über sein aktuelles Forschungsthema "Handball in der Schule". "Wir untersuchen den Schulsport in Bezug zum Handball und erstellen eine Ist-Analyse. Wir versuchen herauszufinden, von was es abhängt, ob die Lehrer Handball unterrichten", erklärte Ben Schulze. So sei es zum Beispiel bedenklich, dass an der Eliteschule des Sports, dem Gymnasium München Nord, die Sportarten Judo, Trampolin oder Bogenschießen angeboten werden, Handball hingegen nicht. Dafür hat Schulze aber eine Erklärung: "Als damals über die anzubietenden Sportarten entschieden wurde, gab es in München wenig bis gar keinen Nachwuchsleistungssport im Handball." Somit stellte sich gar nicht die Frage, Handball an der Schule anzubieten. "Die Situation hat sich inzwischen aber geändert. Der TSV Allach zum Beispiel hat mit Cedric Riesner einen Jugendnationalspieler in seinen Reihen", so Schulze weiter. Der 16-jährige Riesner debütierte erst vor kurzem für die deutsche U17-Nationalmannschaft gegen Österreich. "Der BHV ist an einer Kooperation mit dem Gymnasium Nord interessiert. Die Gespräche sind allerdings noch nicht weit fortgeschritten," erläuterte Schulze. Das allgemeine Interesse am Handballsport sei in München nach wie vor vorhanden, und es gebe für Interessierte auch genügend Vereine mit guten Strukturen. Damit der Handball aber auch vermehrt in Schulen ein Thema ist, brauche es Lehrer, die dem Sport verbunden sind. "Der große Schlüssel sind die Lehrkräfte," resümierte Filip Mess, 42, TUM-Professor für Sport- und Gesundheitsdidaktik.