Handball Krise beendet

Trotz Trainingsrückstand einmal mehr eine Stütze im Spiel des TuS Fürstenfeldbruck: Frederik Hartz.

(Foto: Günther Reger)

Drittligist TuS Fürstenfeldbruck zeigt sich trotz der knappen Niederlage in Kornwestheim deutlich verbessert.

Von Ralf Tögel, Fürstenfeldbruck

Saisonziel in Gefahr? Kann man nicht verneinen, gibt Martin Wild zu, aber ansonsten kann er der 32:33-Niederlage seiner Drittliga-Handballer beim SV Salamander Kornwestheim überwiegend Positives abgewinnen. Das Ergebnis natürlich ausgenommen, wie er ergänzt. "Das war eines unserer besten Saisonspiele", befindet der Trainer des TuS Fürstenfeldbruck, weshalb er auch die kleine Krise, die er seiner Mannschaft angesichts eines Zählers aus den vergangenen vier Partien attestiert hatte, trotz des Misserfolgs für beendet erklärt hat. Der Klassenerhalt war ohnehin seit längerem kein Thema mehr, seit der Niederlage von Neuhausen/Filder an diesem Wochenende ist selbiger auch rechnerisch nicht mehr in Gefahr - da noch vier Spieltage für die Fürstenfeldbrucker zu absolvieren sind. Die äußerst unglückliche Niederlage gegen Kornwestheim könnte aus anderer Sicht noch unangenehm werden, denn die Baden-Württemberger sind der direkte Konkurrent im Kampf um den achten Tabellenplatz, der nach Stand der Dinge die Qualifikation für die erste Hauptrunde des deutschen Pokalwettbewerbs und damit lukrative Gegner bedeuten dürfte. Eigentlich qualifizieren sich nur die besten sechs Drittligisten, weil die Reserveteams des Erstligisten Rhein-Neckar Löwen und des Zweitliga-Spitzenreiter Balingen-Weilstetten aus der dieser Wertung fallen, die beide vor dem TuS platziert sind, wird Rang acht für das Pokal-Ticket genügen.

Die Vorgabe für das Saisonfinale ist klar: "Vier Spiele, vier Siege", fordert Trainer Martin Wild

Mehr als nur ein Zuckerl für die Spieler, wie der Trainer findet, auch wenn ein Weiterkommen jenseits jeder realistischen Annahme ist. Im Vorjahr war der TuS Gastgeber eines solchen Final-Four-Turniers und bekam den Pokalsieger Rhein-Necker-Löwen zugelost. Zudem waren die Zweitligisten Hüttenberg und Elbflorenz-Dresden zu Gast in d er Wittelsbacher Halle, hochkarätiger Besuch bringt Zuschauer und somit Einnahmen, ein willkommener Nebeneffekt. Dass die Niederlage erst mit der Schlusssirene zustande kam, macht sie noch einen Tick ärgerlicher, "wir hätten uns mehr verdient", sagt Wild. Der Trainer musste erneut auf wichtige Spieler verzichten, unter anderem fehlten die verletzten Spielgestalter Falk Kolodziej und Johannes Stumpf, beide könnten immerhin zum nächsten Spiel in den Kader zurückkehren. Zudem waren in den Horner-Brüdern Max und Alexander sowie dem besten TuS-Schützen Frederik Hartz weitere Akteure nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte, alle drei hatten Trainingsrückstand. Bruck war dem Vorjahresmeister, der auf den Aufstieg verzichtet hatte, dennoch jederzeit ein gleichwertiger Gegner. Auch weil Sebastian Meinzer wieder zu seiner Bestform gefunden hat, der Rückraumspieler hat bekanntlich ebenfalls lange verletzt gefehlt. Wovon in Kornwestheim nichts zu spüren war, Meinzer spielte wuchtig und druckvoll wie zu besten Zeiten und war mit acht Treffern bester Werfer seines Teams.

Zwar legten die heimstarken Salamander stets vor, führten 18:15 zur Halbzeit, "aber wir haben uns nicht abschütteln lassen", so Wild. Im jüngsten Heimspiel gegen Pforzheim hatten die Brucker ein paar Sekündchen vor dem Ende den Ausgleich hinnehmen müssen, dieses Mal gelang ihnen selbst dieses Kunststück: Fünf Sekunden zeigte die Spieluhr noch an, als Felix Kerst den Ball zum 32:32 im gegnerischen Tor untergebracht hatte. Doch Kornwestheim reagierte glänzend: Zwei schnelle Pässe - und der Ball schlug mit der Schlusssirene im Brucker Gehäuse ein. "Einen Punkt hätten wir uns schon verdient gehabt", fand Wild mit etwas Abstand, der aber angesichts machbarer Kontrahenten in den letzten vier Saisonspielen zuversichtlich bleibt.

Kornwestheim ist drei Minuspunkte und zwei Spiele im Rückstand, kann Fürstenfeldbruck also noch vom angepeilten achten Abschlussrang verdrängen. Die Vorgabe von Trainer Martin Wild für den Saisonendspurt ergibt sich folglich von selbst: "Vier Spiele, vier Siege."