Handball Griff ins Leere

Die Drittliga-Frauen des HCD Gröbenzell kassieren trotz guter Leistung zu viele Tore und verlieren gegen den SV Allensbach in eigener Halle mit 31:34 Toren. Es ist die erste Saisonniederlage des Meisterschaftsfavoriten.

Von Ralf Tögel, Gröbenzell

Als Hendrik Pleines für einen Moment den eigentlichen Grund seiner Anwesenheit beim Drittliga-Handballspiel des HCD Gröbenzell gegen den SV Allensbach vergaß, konnte er sich freuen: "Es war ein richtig gutes Handballspiel, mit viel Tempo und vielen Toren", erzählt er von einer "wirklich guten Leistung" der Heimmannschaft. Dummerweise steht Pleines dieser als Trainer vor, weshalb der Abend letztlich doch kein reines Vergnügen für ihn war. Denn der HCD verlor das Spitzenspiel mit 31:34 Toren und wurde vom Kontrahenten auch noch in der Tabelle auf den fünften Rang verdrängt.

Ein paar positive Erkenntnisse ließ sich Pleines aber nicht nehmen, etwa, dass sein Team "vieles umsetzte, was wir uns vorgenommen haben". Gegen ein Team wie Allensbach, "das so stark verteidigt, muss man erst mal 31 Tore werfen". Das war die eine Hälfte der Wahrheit, der Blick auf die kassierten Tore gibt den zweiten Teil preis: 34 Gegentore sind schlichtweg zu viel. Dabei habe seine Mannschaft "gar keine schlechte Abwehr gespielt", wovon der Trainer aber sein junges Torhüterinnen-Duo ausnehmen musste. Sowohl Theresa Bauer als auch Antonia Thurner hatten keinen guten Tag, respektive kaum einen Ball, erwischt.

Frauen der HSG Würm-Mitte im Pech

Das war keine gute Idee: Im Abschlusstraining der Drittliga-Handballerinnen der HSG Würm-Mitte gab es noch ein kleines Spielchen - gegen die Bayernliga-Männer. Was für Alexandra Müller erst am Ellenbogen eines Gegners und dann im Krankenhaus endete: Dort wurde ihr Cut über dem linken Auge genäht. Am Vorabend der Partie bei der SG Kappelwindeck/Steinbach rief auch noch Belma Beba, wichtigste Torschützin der HSG, bei Trainer Claus Lohmann an, um ihm mitzuteilen, dass ihr ein Motorrad auf den Fuß gefallen war und auch diese Wunde mit Nadel und Faden geflickt werden musste. Weil in Franziska Niedermeyer auch noch die einzige Linkshänderin fehlte, reiste der HSG-Tross mit denkbar schlechten Voraussetzungen nach Mittelbaden - und kam bestens zurecht. Würm-Mitte dominierte, führte zur Halbzeit mit 17:12 Toren, und lag zehn Minuten vor dem Ende 26:22 vorne. Doch dann folgten "fatale sieben Minuten", so Trainer Lohmann, die den Gästen einen 27:32-Rückstand bescherten - und letztlich eine sehr unglückliche 29:33-Niederlage. "Eigentlich müssen wir dort gewinnen", ärgerte sich Lohmann, angesichts des dünnen Kaders verließen seine Spielerinnen aber die Kräfte. Vera Laipple etwa musste nicht nur das Spiel machen, sondern auch noch gegen die überragende 1,90-Meter-Werferin Laetitia Quist (11 Tore) verteidigen. In jener schlimmen Phase fehlte zudem Nicole Huber, mit sieben Treffern beste HSG-Schützin, weil sie einen Schlag ins Gesicht bekommen hatte. Der immerhin hinterließ keinen Schaden. Ralf Tögel

"Das Torhüterinnen-Duell ging leider klar an Allensbach", erklärte Pleines, schränkte aber schnell ein: "An diesem Tag." Angesichts der üblichen Leistung seiner Torfrauen ist ihm nicht bange, zumal er im Kollegen Harald Fischer genau den richtigen Mann im Trainerteam weiß, um diese Schwäche schnell zu beheben. "Harald findet die richtigen Worte, da bin ich mir sicher", erklärt Pleines angesichts der Tatsache, dass Fischer, der ehemalige Bundesliga-Torhüter, der auch eine Torwartschule betreibt, schon wisse, wo er ansetzen muss. Grund zur Sorge gibt die erste Saisonniederlage keine, zumal Routinier Sina Fischer, deren sieben Tore Bestwert waren, Vera Bassel (5 Tore) und Spielmacherin Amelie Bayerl (2) im Rückraum tadellos agierten. Auf Flügelflitzerin Beatrice Mazzucco und Lisa Antl am Kreis (je 5 Tore) war ebenfalls Verlass. Die zwei Minuspunkte sind immer noch zweitbester Wert im Ranking, lediglich Regensburg ist mit 8:0 Punkten etwas enteilt. Was sich jedoch demnächst korrigieren ließe, am kommenden Samstag gastiert der Primus in Gröbenzell.