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Hallenhockey:Im wilden Süden

"Die Belohnung dafür haben wir schwarz auf weiß": Münchens Julia Mackensen traf gegen Nürnberg (Bild, Mitte) und Bietigheim jeweils zweimal.

(Foto: Claus Schunk)

Der Hockey-Erstligist Münchner Sportclub zieht ein positives Zwischenfazit in der Halle - die Männer nach einem turbulenten Spiel.

Hallenhockey ist eine Hockey-Variante, bei der gewöhnlich mehr Tore fallen als draußen auf dem Kunstrasen. Der Bodenbelag ist schneller, das Feld kleiner. So viele, nämlich 21, wie am vergangenen Sonntag beim 11:10 (7:2) im Duell der Bundesliga-Männer vom Münchner Sportclub gegen Ludwigsburg, sind aber selbst hier die Ausnahme. Es war staffelübergreifend die torreichste Begegnung in der drei Spieltage jungen Saison, "ein Wild-West-Spektakel", wie Trainer Patrick Fritsche den Schlagabtausch zusammenfasste, den beide Teams in der zweiten Halbzeit aus taktischen Gründen über weite Strecken ohne Torhüter bestritten. In der Süd-Staffel setzten sich die Münchner mit diesem Ergebnis nach dem eher enttäuschenden 4:5 vom Samstag in Nürnberg mit insgesamt sechs Zählern punktgleich hinter Tabellenführer Nürnberg an der Spitze fest.

Ein paar Tore weniger, dafür aber noch mehr Punkte haben die Münchner Frauen auf dem Konto, die ihre Staffel nach drei Erfolgen in den ersten drei Saisonspielen mit vier Punkten Vorsprung anführen. Gegen Nürnberg (6:2) und Aufsteiger Bietigheim (6:3) nahm das junge Team von Coach André Schriever den Schwung aus der gelungenen Auftaktpartie in Rüsselsheim vor einer Woche mit, die nach Schrievers Ansicht auch ursächlich für die konstante Leistung war. "Dort haben die Mädels gesehen, wie stark sie sein können", sagte er, "das hilft ihnen in Phasen, in denen sie wie gegen Bietigheim dreimal zurückliegen, die Ruhe zu bewahren und auf ihre Chance zu warten."

Auf Chancen gewartet hatten sie freilich auch in der Feld-Hinrunde oft - jedoch ohne den Ball dann im Tor unterzubringen. Dass der Klassenerhalt bereits nach drei Spielen sehr wahrscheinlich ist, führt Schriever auch auf den kleinen Kader zurück. Durch die Verletzungen von Leoni Konsek (Anriss von Innenband, Kreuzband und Meniskus) und Salvina Strobel (Fraktur des großen Zehs) stehen Schriever aktuell nur zwölf Feldspielerinnen zur Verfügung. "Aber wir haben einen verschworenen Haufen, in dem wirklich alle füreinander einstehen, es gibt keine Eifersüchteleien und das Team nimmt im Moment alles an, was wir besprechen", sagte er. "Die Belohnung dafür haben wir jetzt schwarz auf weiß." Anlass für eine Zielkorrektur sei der gelungene Start allerdings nicht. Wenn man für die Hauptrunde in der Sechser-Staffel dieselben Maßstäbe wie für ein Hockey-Match anlege, "haben wir erst ein Drittel gespielt", sagte er. Sein Team führe komfortabel, dennoch mahnte er: "Hallenhockey geht schnell - wenn der Rest jetzt nicht mehr nach Wunsch verläuft, geht das nach hinten los."

Wie schnell aus einem komfortablen Vorsprung eine Zitterpartie werden kann, führten die Männer bei ihrem 11:10 gegen Ludwigsburg eindrucksvoll vor: "In der ersten Halbzeit ist uns alles gelungen", sagte Trainer Fritsche. Nach der Halbzeit vergab der MSC aber einen Siebenmeter, Ludwigsburg rannte mit dem Mut der Verzweiflung an und ging 8:7 in Führung, ehe sich der MSC wieder berappelte und den knappen Erfolg mit der Abwehr einer Ecke in der Schlussmininute festhielt. Auch Fritsche war zunächst froh, nach Erfolgen gegen direkte Konkurrenten um den Verbleib in der Liga gepunktet zu haben und nicht mehr allzu bang nach unten schauen zu müssen. Wohin die Reise in dieser Saison gehe, werde sich nach dem ersten Rückrundenspieltag kurz vor Weihnachten zeigen. Sofern die Tabellen so ansehnlich bleiben wie bisher, machen sie sich sicher auch gut am Baum.