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Fußball - Totopokal:Überraschung in Dachau

Fabian Lamottes TSV wirft Buchbach aus dem Cup, Unterhaching gibt sich keine Blöße.

Alle sechs Fußballteams aus der Region, die in der zweiten Toto-Pokalrunde angetreten sind, haben es ins Achtelfinale geschafft - dem Quartett vom Dienstag folgten am Mittwochabend also zwei weitere Teams. Nachdem Drittligist 1860 München und das Regionalligatrio Garching, Heimstetten und Türkgücü ihre Aufgaben bereits gelöst hatten, gelang das tags darauf der SpVgg Unterhaching und - durchaus überraschend - auch dem Bayernligisten Dachau, der sich deutlich mit 4:1 (2:0) gegen den Regionalliga-Sechsten Buchbach durchsetzte.

„Ein absolutes Highlight für uns“: Dachaus Spielertrainer Fabian Lamotte.

(Foto: Toni Heigl)

Beim Bayernligisten TSV 1865 Dachau kannte der Jubel entsprechend keine Grenzen: "Eine mega Leistung von uns. Vom Torwart bis zum Stürmer", schwärmte Teammanager Ugur Alkan. "Es hat wirklich alles gepasst. Wir waren sehr ballsicher, kaum Fehlpässe. Ein verdienter Sieg." Spielertrainer Fabian Lamotte hatte seine Startelf auf vier Positionen verändert, so rückten Franz Hübl, Marko Todorovic und Sebastian Brey ins Team, die allesamt am Samstag beim 3:2-Erfolg in Deisenhofen gefehlt hatten. Stürmer Christian Doll musste diesmal aus beruflichen Gründen passen. Die Dachauer legten einen guten Start hin. Hinten ließen sie wenig zu, vorne war Kapitän Dominik Schäffer sehr effektiv: In der 22. Minute profitierte er von einem Querpass von Brey, der seinerseits zuvor von Hübl mit einem weiten Pass in Szene gesetzt worden war. Fünf Minuten später setzte sich Robin Volland im Buchbacher Sechzehner durch, abermals vollstreckte Schäffer. Buchbach erhöhte nach der Pause merklich den Druck: "Da waren sie aggressiver, sind früher angelaufen", sagte Coach Lamotte. Ein Tor gelang dem klassenhöheren Klub dennoch nicht, stattdessen legte Dachau noch einen Treffer nach: Ryosuke Kikuchi köpfte eine Brey-Flanke zum 3:0 ein (63.). Im direkten Gegenzug verkürzte Selcuk Cinar für die Buchbacher. Doch der TSV ließ keine Zweifel am Sieg aufkommen, Hübl gelang ebenfalls per Kopf nach einer Ecke von Todorovic das 4:1, Volland hatte den Ball auf den zweiten Pfosten verlängert (69.). "Ein absolutes Highlight für uns", sagte Lamotte. "Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war super. Und dann ist es natürlich doppelt erfreulich, wenn es auch noch zum Weiterkommen reicht." Nun wolle man den Schwung mit in die Liga nehmen, wo am Samstag (14 Uhr) die SpVgg Hankofen-Hailing kommt. "Da haben wir noch eine Rechnung offen", sagte Lamotte und meinte die 0:5-Heimpleite aus dem Mai.

1865 gegen 1860 | Achtelfinale: Türkgücü empfängt Unterhaching

Die Auslosung des für den 3./4. September angesetzten Achtelfinales im bayerischen Toto-Pokal am Donnerstag brachte vor allem dem TSV 1865 Dachau ein Traumlos: Der Bayernligist empfängt den TSV 1860 München. Knifflig ist die Partie allerdings für Dachaus Abwehrspieler Franz Hübl, denn der ist hauptberuflich Co-Trainer von Daniel Bierofka bei den Löwen. Ein weiteres Derby steigt im Sportpark Heimstetten, wo Türkgücü München die SpVgg Unterhaching empfängt. Der VfR Garching gastiert beim Regionalligakonkurrenten SV Schalding-Heining und der SV Heimstetten beim Bayernligisten DJK Vilzing. stga

Beim Drittligisten SpVgg Unterhaching zollte Trainer Claus Schromm dem Pokalgegner TSV Wacker Neutraubling großen Respekt: "Sie haben 90 Minuten lang ihr Tempo halten können, mutig gespielt und es uns sehr schwer gemacht", sagte der Coach nach dem 4:0 (2:0)-Auswärtssieg beim Bezirksligisten aus dem Kreis Oberpfalz. Bei Haching stand kein einziger Akteur in der Startelf, der am Samstag beim 2:0-Erfolg gegen Viktoria Köln in der Liga begonnen hatte. Das brachte Schromm ins Schwärmen: "Da sieht man, was wir für einen Kader haben. Ich bin jetzt im zwölften Jahr hier, aber das ist der beste Kader ever." Auch die zweite Garnitur, in der Zugang Florian Dietz (von Werder Bremen II) sein Debüt gab und Stephan Hain sowie Marc Endres nach langen Verletzungspausen ihre Comebacks feierten, dominierte den Außenseiter erwartungsgemäß nach Belieben und ging durch einen Elfmeter von Dominik Stroh-Engel früh in Führung (9.). Die Neutraublinger ließen wenig zu, ein Gegentor mussten sie jedoch vor der Pause noch hinnehmen, nach Vorarbeit von Stephan Mensah traf abermals Stroh-Engel (27.). Die zweite Halbzeit stand dann zunächst im Zeichen von Rückkehrer Hain: Er traf mit einem Schlenzer die Latte (50.) und scheiterte kurz danach per Kopf an Torwart Steve Kroll (54.). Schließlich vergab er noch einen Elfmeter (67.). "Ich habe ihm gesagt: Die anderen wären doch die Deppen, wenn sie sieben Mal die Woche trainieren und du kommst nach 150 Tagen zurück und alles ist genauso gut wie vorher", sagte Schromm über Hains vorübergehende Ladehemmung. Schließlich machte der dann doch noch sein Tor, als er den Keeper umkurvte und zum 0:3 einschob (76.). Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Niclas Stierlin in der Schlussminute. "Ich war wie schon in Köln mit dem Offensivspiel nicht ganz zufrieden. Aber wir haben beide Spiele gewonnen", so Schromm. "Hoffentlich ist es am Sonntag gegen Halle genauso."