Fußball-Landesliga Blitze und ein Geldregen

Ab in den Urlaub: VfB-Trainer Michael Schütz.

(Foto: M. Einfeldt)

Der Fußball-Landesligist Hallbergmoos wartet auf seinen sportlichen Höhenflug - finanziell ist der Start dank neuem Sponsor geglückt.

Von Stefan Galler, Hallbergmoos

Überall um ihn herum scheint die Sonne, doch der rosarote Panther, der es sich so gerne auf seinem Liegestuhl im Garten bequem machen möchte, wird von einer penetranten Wolke verfolgt, die ständig nur über ihm abregnet.

So ähnlich, wie es Paulchen in dem Cartoon "Sprinkle Me Pink" aus den Sechzigerjahren ergeht, durften sich bis zuletzt auch die Fußballer des VfB Hallbergmoos fühlen. Während andere Mannschaften bis weit in den September hinein unter dem heißen Sommer ächzten, mussten in der noch recht jungen Saison bereits zwei Auswärtspartien der Mannschaft aus dem Landkreis Freising kurzfristig wegen Dauerregens abgesagt werden. Zuletzt wurde der Südost-Landesligist auch noch Opfer eines Spielabbruchs.

Das war am vergangenen Dienstag, als man zum zweiten Mal versuchte, die Begegnung beim Sportbund Chiemgau Traunstein auszutragen. Nach einer guten Stunde beendete der Schiedsrichter die Partie, der heftige Regen brachte Blitz und Donner mit sich. Eine Entscheidung, die schon allein deshalb im Sinn der Hallbergmooser war, weil sie zu diesem Zeitpunkt 1:3 zurücklagen. "Wir haben uns lose auf den 23. oder 24. Oktober als neuen Austragungstermin geeinigt", sagt René van Santvliet, Chef der Fußballsparte und Sportlicher Leiter beim VfB. Dass sein Team diese und auch die am vergangenen Wochenende ebenfalls abgesagte Partie beim ASCK Simbach (neuer Termin 9. Oktober) nun nachholen muss, sieht der Funktionär nicht unbedingt als Nachteil: "Bis dahin werden einige Verletzte zurück sein. Außerdem glaube ich, dass bei einem Rhythmus Samstag-Mittwoch-Samstag mehr Konstanz da ist."

Bislang jedenfalls erfüllt Hallbergmoos die hohen Erwartungen nicht. Von neun Spielen wurden je drei gewonnen und verloren. "Die Liga ist noch sehr unruhig, es gibt keine echten Favoriten und jeder kann gegen jeden gewinnen. Um unser Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen, am Ende zu erreichen, ist schon noch ein Weg zu gehen", sagt van Santvliet. Der in Essen geborene Rheinländer mit niederländischen Wurzeln macht deutlich, dass der Klub durchaus willens ist, im Bedarfsfall personell nachzulegen, wenn sich im Winter das Transferfenster nochmals öffnet. Schon zum Ende der Wechselperiode im August waren die Hallbergmooser aktiv geworden, hatten den ohnehin schon prominent besetzten Kader durch Daniel Willberger (SpVgg Landshut), 21, Muhammed Aladdinoglu (Heimstetten), 23, und Nikolaos Mangasaros (Dachau 65), 18, verstärkt. "Die Personaldecke war etwas zu dünn", sagt der Spartenchef und verweist auf den Kreuzbandriss von Torjäger Anselm Küchle, 26. Gestandene Spieler wie die früheren Garchinger Georg Ball, 29, und Gerrit Arzberger, 26, oder der ehemalige Ismaninger Benjamin Held, 33, sollen die jungen Kräfte nun anleiten.

Van Santvliet, der die Hinrunde auf einem einstelligen Tabellenplatz abschließen möchte, nimmt das Trainerduo Michael Schütz und Alfred Ostertag ausdrücklich in Schutz: "Wir sind sehr zufrieden. Sie haben ein eigenes Konzept, das sie der Mannschaft gut vermitteln." Schütz hatte sich nach dem abgebrochenen Spiel gegen Traunstein in einen zweiwöchigen Urlaub verabschiedet, vorübergehend rückt Ostertag, ehemals Coach des TSV Eching, in die Verantwortung.

Van Santvliet traut dem Duo jedenfalls zu, auch die mittelfristigen Ambitionen des Klubs zu erfüllen: In zwei bis drei Jahren will man in der Bayernliga sein. Ob das auch eine Forderung des neuen Premiumpartners Flughafen München ist, lässt der Sportchef offen: "Natürlich möchte ein Sponsor, der ein Budget zur Verfügung stellt, dass bestimmte Ziele erreicht werden. Aber der Flughafen hat auch investiert, um Jugend und Breitensport zu fördern."

Die Unterstützung, die zunächst auf vier Jahre festgeschrieben ist und im fünfstelligen Eurobereich liegen soll, dürfte von ganz oben nicht nur abgesegnet, sondern aktiv unterstützt worden sein. Das zeigt die Tatsache, dass Flughafenchef Michael Kerkloh bei der offiziellen Bekanntgabe der Namensänderung für das Stadion persönlich anwesend war. Die 1000 Zuschauer fassende Arena, die der Gemeinde gehört, heißt seit Anfang August "Stadion am Airport". Ein größeres Einweihungsfest soll noch folgen. "Auch da wird sich Herr Kerkloh wieder Zeit nehmen", sagt Van Santvliet mit dem Brustton der Überzeugung.