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Fußball-Bayernliga:Spaßbremse und Feierbiest

Ätsch! Pullachs Coach Frank Schmöller gab gerne den Partyschreck.

(Foto: Claus Schunk)

SV Pullach verdirbt dem SV Kirchanschöring das Klubjubiläum

Pullachs Fußballtrainer ist ein Mann mit verschiedenen Gesichtern. Er kann Motivationsguru und dann wieder knallharter Schleifer sein. Am Wochenende schlüpfte Frank Schmöller in zwei weitere Rollen: Er war am Samstag Spaßbremse und tags darauf Feierbiest. Zunächst nämlich spuckte er gemeinsam mit seiner Mannschaft dem SV Kirchanschöring in dessen Jubiläumsmenü: Vor der 70-Jahresfeier des Klubs aus dem Landkreis Traunstein gewann der Spitzenreiter der Bayernliga Süd 2:1 (1:0) gegen den Tabellendreizehnten. Am Sonntag zog es Schmöller dann mit Freunden aufs Oktoberfest. "Als Sieger geht man da natürlich besonders gerne hin", ließ er wissen und freute sich schon auf den Montag: Da steht nämlich der Wiesnbesuch mit der Mannschaft an.

Schon vor der Partie in Kirchanschöring hatte Schmöller angekündigt, er würde gerne "der Stimmungskiller" sein. Das sollte klappen, vor allem, weil seine Mannschaft bei Standardsituationen konsequent ihre Chancen nutzte: Tim Sulmer, 19, verwandelte einen Freistoß aus 20 Metern direkt zum 0:1 (28.). "Es gibt keine jungen und alten Freistoßschützen, sondern nur gute und schlechte", dozierte Schmöller. Direkt nach der Pause zirkelte dann Andreas Roth einen Freistoß vor das Tor des SVK, Martin Bauer hielt den Kopf in die Flugbahn und verlängerte den Ball ins entfernte Eck (47.). Die Pullacher hatten die rund 600 Kirchanschöringer Fußballfreunde im Stadion zum Schweigen gebracht, doch nur vier Minuten später wurde es wieder laut, als Yunus Karayün auf 1:2 verkürzte. "Wir hätten das 2:0 länger halten müssen, so kam bei denen die Euphorie noch mal zurück", sagte Schmöller. Allerdings dauerte es nur knapp zehn Minuten, dann hatten die Isartaler wieder alles im Griff.

Einen einzigen Schreckmoment galt es noch zu verdauen, Torwart-Routinier Michael Hofmann musste nach einem Zusammenprall mit Platzwunde und geschwollenem Auge vom Feld, Stellvertreter Carsten Altstadt vertrat ihn souverän. Durch die Patzer der Verfolger konnte der Sportverein seinen Vorsprung in der Tabelle auf acht Zähler ausbauen. "Wir genießen das", sagte Schmöller. "Denn uns ist klar, dass Siege keine Selbstverständlichkeit sind." Obwohl es bei den Pullachern mittlerweile beinahe schon so aussieht.

© SZ vom 26.09.2016 / stga

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