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Formsache:Abtauchender Linksaußen

Nicht nur in Ozeane taucht Florian Huber ab. Auch dem Walchensee hat er schon manches Geheimnis entlockt.

(Foto: Nanje Teuscher / oh)

Ein Bayern-Fan in Kiel: In München geboren, in Lenggries aufgewachsen, hat es den Forschungstaucher und Unterwasserarchäologen Florian Huber nach Kiel verschlagen. Wenn er für seine Dokumentationen nicht gerade wieder die Welt erforscht, geht er auch dort seiner Fußballleidenschaft nach.

SZ: Sport ist...

Florian Huber: ...Opium fürs Volk und trotzdem einfach wunderbar.

Ihr aktueller Fitnesszustand?

Dank eines Meniskusrisses, den ich mir bei meinem letzten Terra-X-Dreh zugezogen habe, sowie der anhaltenden Lockdown-Trägheit eher mäßig.

Felgaufschwung oder Einkehrschwung?

Früher auf alle Fälle der Felgaufschwung. Heute ist es der Einkehrschwung am heimischen Brauneck mit Weißbier und Kaiserschmarrn.

Sportunterricht war für Sie?

Das einzige Fach, bei dem ich Ehrgeiz entwickeln konnte. Ich glaube, ich hab's geschafft, in jedem Fach mal eine Fünf im Zeugnis zu kassieren. Selbst in Erdkunde. Nur im Sportunterricht hatte ich immer eine Eins.

Ihr persönlicher Rekord?

Torschützenkönig in der E-Jugend beim Lenggrieser Sportclub, ich glaube es waren 25 Tore. Ich war gefürchteter Linksaußen und ziemlich schnell.

Stadionbesucher oder Fernsehsportler?

Beides. Früher natürlich in München. Mittlerweile lebe ich seit 20 Jahren in Kiel. Deshalb habe ich schon früh beschlossen, Holstein-Kiel-Sympathisant zu werden und gehe da regelmäßig ins Stadion.

Bayern oder Sechzig?

Sechzig? Sagt mir jetzt nix! Ich bin Bayern-Fan. Mein Opa war es, mein Vater ist es und ich bin es auch. Mia san Mia.

Ihr ewiges Sport-Idol?

Sepp Maier und Oliver Kahn. Ersterer wegen seines sympathischen Humors, Oli Kahn wegen seines Ehrgeizes und seiner absoluten Zielstrebigkeit.

Ein prägendes Erlebnis?

Champions-League-Finale 2013 mit meinem Bruder auf der Leopoldstraße. Wir waren mehrfach nahe am Herzinfarkt. Was nach dem Sieg in München los war, ist kaum zu beschreiben. Absoluter Wahnsinn und eine Nacht, die ich nie vergessen werde.

In welcher Disziplin wären Sie Olympiasieger?

Schwer zu sagen, aber wenn es unter Wasser stattfinden würde, könnte es meine Gewinnchancen beträchtlich erhöhen.

Mit welcher Sportlerin/welchem Sportler würden Sie gerne das Trikot tauschen?

Bastian Schweinsteiger im WM-Finale gegen Argentinien. Einmal ein Held sein. Ansonsten bin ich aber mit meinem Job sehr zufrieden.

Unter der Rubrik "Formsache" fragt die SZ jede Woche Menschen nach ihrer Affinität zum Sport. Künstler, Politiker, Wirtschaftskapitäne - bloß keine Sportler. Wäre ja langweilig.

© SZ/lib
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