bedeckt München

FC Ismaning:Aus viel nichts gemacht

"Uns fehlt die Coolness": Luis Heinzlmeier (rechts) und Clemens Kubins (vorne) im Dreikampf mit Schwabmünchens Marco Kammergruber.

(Foto: Claus Schunk)

Zu viele leichte Fehler: Trainer Rainer Elfinger ist nach der 0:2-Heimniederlage gegen den TSV Schwabmünchen ganz besonders bedient.

Von Stefan Galler, Ismaning

Kein Trainer verliert gerne, schließlich wäre derjenige, der nach einer Niederlage freudestrahlend durch die Welt läuft, nicht gerade ein leuchtendes Beispiel für Siegermentalität. Ein so grantiges Exemplar wie Rainer Elfinger nach dem 0:2 (0:1) seines FC Ismaning im Heimspiel gegen den TSV Schwabmünchen trifft man andererseits aber auch nicht oft an auf den Fußballplätzen im Münchner Umland. Das 0:1 sei "ein Dreckstor" gewesen, "ein Witz". Die Fehler seiner Mannschaft "nerven so sehr", der verschossene Elfer ebenso. Und überhaupt habe der Gast nur "durch unsere Dummheit" gewonnen. Elfingers Fazit: "Bei anderen Mannschaften siehst du die Coolness, die uns fehlt. Wir hätten uns mit einem Sieg in der Tabelle ordentlich positionieren können. So bist du mit hundert anderen punktgleich. Das ist einfach nur bitter."

Wobei dem missmutigen Übungsleiter als Trost mit auf den Weg gegeben werden kann, dass sein FCI immer noch auf Rang sechs liegt und der Pleite gegen Schwabmünchen zwei Siege vorangegangen waren. "Vielleicht dachte der ein oder andere Spieler, das wird ganz leicht", sagte Elfinger mit Blick auf die 0:6-Packung, die der Gegner vor acht Tagen in Heimstetten hatte einstecken müssen. Aber seither hatte es einen Trainerwechsel gegeben, Paolo Maiolo hat das Ruder von Stefan Tutschka übernommen, und prompt läuft es bei den Männern aus dem Landkreis Augsburg, schon unter der Woche hatte man einen 4:0-Erfolg gegen Landsberg gefeiert.

Ismaning startete behäbig, nach vorne ging für die einzige Spitze Nazif Hajdarovic nur wenig, Mijo Stijepic kam wegen einer leichten Blessur erst nach der Pause ins Spiel. Und Schwabmünchen verbuchte schon nach einer Viertelstunde das von Elfinger als "Dreckstor" titulierte 0:1: Ein von Oliver Stefanovic verursachter Freistoß aus dem Halbfeld flog an Freund und Feind vorbei ins lange Eck (17.). Beim FCI ging bis zur Halbzeit nichts.

Elfinger stellte von Vierer- auf Dreierkette um und hoffte auf mehr Zug nach vorne. Das klappte gleich ganz vortrefflich, Hajdarovic wurde im Sechzehner zu Fall gebracht, doch Maximilian Siebald verschoss den folgenden Elfmeter (47.) - der zweite Fehlversuch des Kapitäns nacheinander. "Nur war es letzte Woche beim 3:1 gegen Traunstein nicht spielentscheidend", sagte Elfinger, der seinen stets engagierten Führungsspieler von einer Teilschuld an der Niederlage nicht freisprechen konnte: "Das war auch seine Kiste." Zumal Siebald am 0:2 ebenfalls nicht unbeteiligt war: Nach einer missglückten Ecke kehrte er nicht rechtzeitig auf seinen Posten zurück, Schwabmünchen konterte in Überzahl und Marcel Leib schloss ab (53.). Dazwischen hatte Manuel Ring die Latte getroffen, später zielte er freistehend vorbei. "Wir haben aus viel gar nichts gemacht", so Elfinger.

© SZ vom 09.10.2017

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite