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FC Bayern II:Watschn für die Heimatlosen

"Sehr fokussiert": Bayern II lässt Uerdingen beim 3:0-Auswärtserfolg keine Chance.

Beim KFC Uerdingen war es in der Winterpause bekanntlich zu Terminpannen gekommen: Das Hotel in der Toskana hatte gar keinen Fußballplatz zur Verfügung. Vielleicht war das ja ein Grund dafür, dass das erste Pflichtspiel im Jahr 2020 gegen den FC Bayern München II so wirkte, als sei man noch nicht ausreichend vorbereitet. Die Bayern, die auf ein Trainingslager verzichtet hatten, spielten in der Düsseldorfer Arena - Uerdingen hat aktuell keine Stadionheimat - mit den Gastgebern Hase und Igel: Dem Gegner ging meistens alles zu schnell, was auch KFC-Co-Trainer Stefan Reisinger hernach so sah. Mit der besten Saisonleistung gewannen die Bayern hochverdient 3:0 (2:0).

"Wir waren über die gesamte Spielzeit sehr fokussiert", freute sich Trainer Sebastian Hoeneß. Was sich wie eine Floskel anhört, ist für das einzige U23-Team im deutschen Profifußball durchaus eine Besonderheit: Der Sieg in Uerdingen war auch erst der zweite Zu-Null-Erfolg der Saison, über 90 Minuten hinweg hatten die jungen Bayern noch so gut wie gar nicht stabil gespielt. Dass sie es diesmal taten, war vor allem der guten Leistung mehrerer Youngster zu verdanken, denn Hoeneß verzichtete in der Startelf etwas überraschend auf den Ü23-Spieler und Abwehrchef Nicolas Feldhahn, dafür durfte der erst 18-jährige Angelo Stiller als Spielgestalter fungieren.

Die Bayern ließen in der ersten Halbzeit drei Chancen der Gastgeber zu, in der zweiten Halbzeit gar keine mehr. Sie selbst brachten aber die Uerdinger Abwehr sogar mit Flanken aus dem Halbfeld in Verlegenheit. Auf diesem Weg fiel auch das erste Tor: Der oft weit vorgerückte Linksverteidiger Derrick Köhn zirkelte den Ball halbhoch an den Fünfmeterraum, ins Netz traf dann der Uerdinger Assani Lukimya, der vor Leon Dajaku retten wollte (24.). Das 2:0 durfte sich zu einem Großteil der Vorlagengeber Joshua Zirkzee zuschreiben: Mit einem No-Look-Pass schickte er Oliver Batista-Meier vor das Tor, der tunnelte den ehemaligen Haching-Keeper Lukas Königshofer (42.). Mit der gelb-roten Karte für Uerdingens Jean-Manuel Mbom (52.) war bereits die Spannung aus dem Spiel. Weil auch noch Lukimya und Manuel Konrad ihre fünfte gelbe Karte sahen, hat Uerdingen übrigens vor dem Auswärtsspiel in Unterhaching am kommenden Samstag mit großen Personalproblemen zu kämpfen.

Zirkzee köpfelte wenig später nach Flanke des starken Mert Yilmaz zum Endstand ein (56.); beinahe hätte Lukimya an einem verkorksten Tag noch sein zweites Eigentor erzielt (82.). Für die Bayern kamen Zugang Nicolas Kühn und der lange verletzte Profi Jan-Fiete Arp zu Kurzeinsätzen. Hoeneß sagte, man habe in der Winterpause den Fokus auf eine stärkere Defensive gelegt - auf die Offensive scheint er sich verlassen zu können. Die Bayern haben für kommende Woche weitere Verstärkungen angekündigt.

© SZ vom 27.01.2020
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