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Eishockey:Zeit für ein Jubiläumstor

Sena Acolatse (Straubing Tigers, 62) und Ethan Prow (EHC Red Bull Muenchen, 12) vor dem Tor von Kevin Reich (Torwart, EH

Das 1000. Heimtor für München ist Ethan Prow (Mitte) gegen Straubing zwar nicht geglückt, dafür war der Führungstreffer zum 1:0 sein erstes in der DEL.

(Foto: Heike Feiner/imago images/Eibner)

Mal wieder gegen Straubing: Beim 6:3-Erfolg gelingt Maximilian Daubner der 1000. Heimtreffer in der DEL-Geschichte des EHC München.

Von Christian Bernhard, München

In dieser Saison ist für den EHC Red Bull München nicht nur aufgrund der Corona-Umstände vieles anders als in den Jahren zuvor. Der Meister der Jahre 2016, 2017 und 2018 zeigt in den Topspielen ungewohnte Schwächen und hat auch defensiv mehr Probleme als in den Jahren zuvor. "Wir tun uns generell schwer in dieser Saison, gerade in der eigenen Zone", sagte Torhüter Kevin Reich am Sonntag.

Auf eines können sich die Münchner aber weiter verlassen: ihre Heimstärke gegen die Straubing Tigers. Am Sonntagnachmittag gewannen sie zu Hause 6:3 und feierten so den zwölften Erfolg in den vergangenen 13 Duellen mit den Niederbayern in der Münchner Olympia-Eishalle. Dadurch zog der EHC in der Süd-Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) am ERC Ingolstadt vorbei und ist nun Zweiter. Souverän in Führung liegen die Mannheimer Adler.

Die Anfangsphase gehörte einzig und allein dem EHC. Die Münchner machten jede Menge Druck und schnürten die Gäste in deren Drittel ein. John-Jason Peterka (2.), Justin Schütz (3.), Ethan Prow und Maximilian Kastner (beide 6.) scheiterten an Tigers-Torhüter Sebastian Vogl, der von der ersten Minute an jede Menge zu tun hatte. Die logische Folge war das 1:0: Prow fand im Zentrum eine Lücke und machte sein erstes DEL-Tor (6.). Kurz darauf bewahrte Vogl die Niederbayern mit einer spektakulären Schoner-Parade gegen den freistehenden Frank Mauer vor dem 0:2 (7.). Straubinger Offensivaktionen bis zu diesem Zeitpunkt? Fehlanzeige.

Kurios: Schon den 100. und den 500. Treffer hatte der EHC jeweils gegen die Tigers versenkt

Das änderte sich aber nach dem ersten Überzahlspiel der Münchner, das die Tigers sehr gut entschärften. Jeremy Williams vollendete den ersten guten Gästeangriff mit einem platzierten Schuss zum 1:1 (11.) und nur 55 Sekunden lag die Scheibe erneut im Kasten von EHC-Torhüter Reich: Marcel Brandt traf nach einem Fehlpass von Mark Voakes im Spielaufbau, Reich war dabei die Sicht versperrt (12.).

Nach so einer dominanten Anfangsphase plötzlich zurückzuliegen, beschäftigte die Münchner sichtlich. "In den ersten zehn Minuten haben wir unsere Beine gut bewegt", sagte Prow nach dem Startdrittel bei Magentasport. "Danach nicht mehr, und dafür haben wir bezahlt." Bis auf eine gute Einzelaktion von Peterka, die Vogl vereitelte (19.), kam bis zu ersten Drittelpause offensiv kaum noch etwas vom EHC.

Die Straubinger hatten zwei Tage zuvor 6:3 in Augsburg gewonnen und damit den ersten Auswärtssieg der Saison gefeiert. "Momentan machen wir einen großen Push nach vorne, wir haben viel mehr Energie im Aufbau", sagte Straubings Trainer Tom Pokel. Das bestätigten die Gäste zu Beginn des Mitteldrittels, als Reich in Unterzahl mit zwei guten Paraden den dritten Tigers-Treffer verhinderte. So kam es wie in den ersten 20 Minuten: Ein Team bestimmte die Partie, mittlerweile Straubing, das Tor erzielte das andere. Maximilian Daubner fälschte einen Schuss von Daryl Boyle zum 2:2 ab (26.). Für Angreifer Daubner, der erneut als Verteidiger auflief, war es der dritte Saisontreffer - und für den EHC ein Jubiläumstor: Es war Heim-Tor Nummer 1000 in der DEL-Geschichte der Münchner - und wie schon die Tore Nummer 100 und 500 fiel er im Derby gegen Straubing. Der Ausgleich gab dem EHC Aufwind, doch die Tigers hielten gut dagegen und gingen dank eines erfolgreichen Nachschusses von Kael Mouillierat erneut in Führung (37.). Die Münchner Antwort ließ nur 84 Sekunden auf sich warten, Yasin Ehliz erkämpfte sich die Scheibe im Straubinger Drittel und legte sie Justin Schütz sehenswert zum 3:3 auf (38). Für Schütz war es sein drittes Spiel in Serie mit Torerfolg.

Im Schlussdrittel erspielten sich die Münchner gute Torchancen, scheiterten aber am starken Vogl. Bis zur 53. Minute, als Boyle die Scheibe von der Blauen Linie in Richtung des Tigers-Kasten schlenzte und ein Straubinger sie ins eigene Tor abfälschte. Peterka (59.) und Philip Gogulla (60.) besiegelten mit ihren Treffern ins leere Tor den vierten Saisonerfolg gegen die Straubinger.

© SZ/lib
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