Eishockey Generalprobe für Göteborg

Respekt vor Düsseldorf: EHC-Spieler Yasin Ehliz.

(Foto: Heike Feiner/imago)

Der Zweite EHC München erwartet den Dritten Düsseldorfer EG am Sonntag zum Eishockey-Spitzenspiel.

Von Christian Bernhard

Die Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) neigt sich langsam dem Ende zu, acht Mal ist der EHC Red Bull München vor dem Playoff-Start noch gefordert. Die Trainer bezeichnen diese Phase als eine der wichtigsten der Saison, denn es gilt, sich bestmöglich in der Tabelle zu positionieren und Schwung für die K.-o.-Spiele aufzunehmen. Dem EHC gelang das zuletzt wunderbar: In den vergangenen acht DEL-Spielen holte die Mannschaft von Trainer Don Jackson das Maximum von 24 Zählern - die Jagd auf Meistertitel Nummer vier in Serie ist in vollem Gange.

Wie schwer es aber ist, diesen einzufahren, verdeutlicht ein Blick in die Geschichte. In 60 Jahren Bundesliga- und DEL-Eishockey ist das erst einem Verein gelungen: der Düsseldorfer EG, gegen die der EHC am Sonntag zu Hause antritt (14 Uhr).

Die aktuelle DEG-Mannschaft hat freilich nichts mit jener zu tun, der dieses Kunststück in den neunziger Jahren unter der Leitung von Trainer Hans Zach gelang. Eine enge Verbindung in jene erfolgreiche Vergangenheit besteht aber dennoch. Der gebürtige Münchner Andreas Niederberger, der bei jenen vier Düsseldorfer Meisterschaften als Spieler dabei war, ist der Vater der heutigen DEG-Profis Mathias und Leon.

Die jungen Niederbergers sind mitverantwortlich dafür, dass aus den Rheinländern, die 2017 und 2018 die Playoffs verpasst hatten, wieder ein Topteam geworden ist. Die DEG reist als Tabellendritter nach München, das Duell beim Titelverteidiger und aktuellen Zweiten ist das Spitzenspiel der 45. Runde. "Die DEG spielt dieses Jahr richtig gut", sagt Münchens Nationalspieler Yasin Ehliz, "sie ist das ganze Jahr schon dicht hinter uns."

Trotz der Düsseldorfer Stärke geht der EHC mit einem guten Gefühl in die Partie: Die letzten fünf Heimspiele gegen die DEG gewann er und erzielte jeweils mindestens fünf Tore. Das Spitzenspiel ist für das Team von Jackson, der Düsseldorf von 2005 bis 2007 trainiert hat, nicht nur die letzte Partie vor der Länderspielpause, sondern auch die Generalprobe für das Endspiel der Champions Hockey League (CHL). Am kommenden Dienstag können die Münchner in Göteborg gegen die Frölunda Indians den ersten deutschen CHL-Triumph perfekt machen.

Ob Tobias Eder dabei mithelfen kann, ist noch fraglich. Zumindest hat sich der 20-jährige Angreifer beim 6:2-Sieg am Dienstag in Berlin nicht schwerer am Oberkörper verletzt. Das ergab eine Untersuchung am trainingsfreien Donnerstag. Das Sonntagsspiel gegen die DEG, mit der er für die kommende Saison in Verbindung gebracht wird, verpasst er allerdings.