bedeckt München
vgwortpixel

EHC München in der Champions Hockey League:Frühe Auszeit

Ice hockey Eishockey CHL KAC vs RB Muenchen KLAGENFURT AUSTRIA 23 AUG 15 ICE HOCKEY CHL Cha

Noch ohne Niederlage: EHC-Keeper Danny aus den Birken.

(Foto: Imago/GEPA pictures)

Der EHC München erwartet am Freitag den HC Kosice zur Heimpremiere in der Champions Hockey League - und ist trotz der vielen Verletzten zuversichtlich

Maximilian Kastner war zuletzt auf und neben dem Eis schwer zu übersehen. Der 22-jährige Angreifer des EHC München, der vor der Saison vom Münchner Kooperationspartner SC Riessersee gekommen war, überzeugte mit seinem engagierten, frechen Spiel und wurde vom Verein aufgrund seines sympathischen Auftretens öfters dazu eingespannt, den Münchnern Lust auf Eishockey zu machen - was bei der aktuellen Wetterlage und der Sommerferien-Zeit gar nicht so einfach ist. Sein letzter Höhepunkt auf dem Eis liegt erst wenige Tage zurück, in Klagenfurt brachte er sein Team mit einer wunderbaren Torvorlage für Dominik Kahun in Unterzahl auf die Siegerstraße.

Am Donnerstag suchte man Kastner beim Training vergeblich, was allerdings gute Gründe hatte: Sekundenbruchteile nach jener Aktion in Klagenfurt war er mit Kopf und Schulter voraus in die Bande gekracht und zog sich dabei, wie der Verein am Donnerstag mitteilte, eine Oberkörperverletzung zu, die ihn voraussichtlich zu einer sechswöchigen Pause zwingt. "Das ist nicht gut", sagt der EHC-Verteidiger Toni Söderholm, Verletzungen seien besonders für die jungen Spieler sehr schlimm.

Ende Juli, bei der Saisonauftakt-Pressekonferenz, hatte EHC-Trainer Don Jackson noch lächelnd erklärt, das erste gemeinsame Eistraining sei allein schon deshalb ein gutes gewesen, da sich niemand verletzt habe. Das änderte sich allerdings schon mit dem Beginn der Testspiele. Beim ersten in Lausanne schied Joachim Ramoser während des Spiels aus, vor dem Debüt in der Champions Hockey League (CHL) erwischte es Jérôme Samson (beide Oberkörperverletzung) und bei der CHL-Auftaktpartie in der Slowakei dann Yannic Seidenberg (Beinverletzung). In Klagenfurt war nun Kastner der Leidtragende. Laut Jackson seien alle Verletzungen, bis auf jene von Ramoser, der am Donnerstag bereits im roten Trainingsleibchen, welches ihn vor Checks bewahrt, mittrainierte, "von längerer Dauer".

Trotzdem ist die Stimmung im Verein gut, was bei diesem Saisonstart auch nicht verwundert. Auf die zwei Testspielsiege gegen Lausanne und Linz folgten die zwei CHL-Auswärtserfolge in Kosice (4:2) und Klagenfurt (4:1). Die Ausgangslage vor der CHL-Heimpremiere am Freitag (19.30 Uhr) gegen Kosice könnte also nicht besser sein. Ein Punkt reicht dem EHC bereits, um sich für das Sechzehntelfinale (Hinspiel 22. September, Rückspiel 6. Oktober) zu qualifizieren. "Das Gefühl ist ohne Zweifel gut", betont Jackson. "Wir genießen den Moment und würdigen die Dinge, die wir gut machen." Das heißt aber noch lange nicht, dass der 58-Jährige vollauf zufrieden ist. In Klagenfurt etwa hatte ihn seine Mannschaft nicht überzeugt. "Wir müssen besser spielen", betont er. Jackson erwartet sich "mehr Physis" im Auftreten seines Teams und eine genauere Spielweise: "Die Scheibe muss besser laufen", fordert er.

Auch Söderholm warnt - und zwar vor den Slowaken, die am Donnerstag nach der EHC-Trainingseinheit erstmals Münchner Eis betraten. Der HC Kosice sei eine gute und körperliche Mannschaft "mit ein paar sehr guten Stürmern", sagt der Finne. Vor acht Tagen hatte der slowakische Rekordmeister stock- und schlittschuhtechnisch durchaus zu überzeugen gewusst, vor dem EHC-Tor hatte die Durchschlagskraft, bis auf die Schlussphase, allerdings gefehlt. Außerdem hatten die Slowaken große Probleme mit der EHC-Spielweise. "Sie waren nicht so gut vorbereitet wie wir", findet Söderholm, speziell "auf unser Tempo und unser hartes Forechecking" hätten sie keine passende Antwort gehabt. Der 37-Jährige ist sich deshalb sicher, dass die Mannschaft um den ehemaligen Weltmeister Martin Strbak Änderungen vornehmen wird: "Das wird eine gute Challenge für uns."

© SZ vom 28.08.2015
Zur SZ-Startseite