DEL 2:"Eigentlich nicht möglich"

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DEL 2: Na, könnt ihr noch? Der Tölzer Trainer Kevin Gaudet blickt sorgenvoll auf den Zustand seines dezimierten Kaders.

Na, könnt ihr noch? Der Tölzer Trainer Kevin Gaudet blickt sorgenvoll auf den Zustand seines dezimierten Kaders.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die Tölzer Löwen kassieren in zwei Heimspielen elf Gegentore, was Trainer Kevin Gaudet als Folge von Erschöpfung sieht.

Von Christian Bernhard, Bad Tölz

Kevin Gaudet wählte zwei unterschiedliche Formulierungen, der Kern der Aussage aber blieb derselbe. "Unsere Situation ist hart", sagte der Trainer der Tölzer Löwen am Sonntag; zwei Tage zuvor hatte er von "schweren Zeiten" gesprochen. Das spiegelte sich in den Ergebnissen wider. Nach einer 1:4-Heimniederlage am Freitag gegen die Dresdner Eislöwen kassierten die Tölzer am Sonntag erneut zu Hause eine heftige 2:7-Klatsche gegen den ESV Kaufbeuren. Es war die vierte Niederlage in Serie, wodurch die Löwen in der DEL2-Tabelle auf Rang fünf abrutschten. "Wir sind in einer Situation, wo fast jeder unserer Fehler zu einem Gegentor führt", sagte Gaudet.

Am Sonntag waren es zwei innerhalb der ersten fünf Spielminuten, wodurch die Tölzer einem frühen 0:2-Rückstand hinterherliefen. Auch gegen Dresden lagen sie schon im Startdrittel mit 0:2 zurück. Und hinterherlaufen ist für die stark dezimierten Löwen besonders schwer. "Wenn du mit zweieinhalb Reihen spielst, ist deine Mannschaft irgendwann erschöpft", betonte Gaudet. Über so eine lange Phase mit einem solch kleinen Kader zu spielen (gegen Kaufbeuren waren es nach dem Ausfall von Manuel Edfelder 13 Feldspieler), sei auch für ihn in seiner 30-jährigen Trainerkarriere eine "neue Erfahrung", sagte Gaudet - und seiner Meinung nach "eigentlich nicht möglich". Besonders groß ist die Belastung für die erfahrenen Spieler. "Meine Leistungsträger sind erschöpft, drei Monate lang haben sie um die 30 Minuten pro Partie gespielt", betonte der Trainer.

Eishockey, DEL2, 34.Spieltag - 20/21 - EHC Freiburg vs. Toelzer Loewen - 21. Februar 2021 Mario Lamoureux (Toelzer Loew

Sportlich und menschlich überzeugt hat Mario Lamoureux bei den Tölzer Löwen, die ihn nun trotzdem verabredungsgemäß ziehen lassen. Er habe sich sehr wohlgefühlt, ließ der 32-Jährige zum Abschied wissen.

(Foto: G. Hubbs/imago images/Beautiful Sports)

Dass der Verein nun tatsächlich wie angekündigt darauf verzichtet hat, den soeben ausgelaufenen Vertrag mit Mario Lamoureux zu verlängern, macht es dem Coach nicht leichter - der 32-jährige Lamoureux hatte als Ersatz für den nun genesenen Tyler McNeely seit Januar in 18 Partien 20 Scorerpunkte erreicht und hat laut Verein sportlich wie menschlich überzeugt. Dennoch werde er am kommenden Samstag mit seiner Familie in die USA zurückkehren.

Kaufbeuren gelangen am Sonntag in etwas mehr als 36 Minuten sechs Tore, wonach der 20-jährige Henrik Huwer im Schlussdrittel Maximilian Franzreb im Löwen-Tor ablöste und sein Profidebüt feierte. In dieser Woche warten auf die Tölzer drei weitere Spiele, das erste davon am Dienstag in Bad Nauheim (19.30 Uhr).

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