BCF Wolfrsatshausen:Schäden am Kartenhaus

Mit seiner in der Winterpause neu formierten Abwehr unterliegt der BCF beim TSV Sonthofen auf Kunstrasen deutlich mit 0:4 Toren und bleibt als Tabellen-17. nur einen Rang vor den direkten Abstiegsplätzen.

Von Andreas Liebmann, Wolfratshausen

Sie haben nicht nur Fugen abgedichtet, Risse zugeschmiert, ein paar herabgestürzte Trümmer beseitigt und windschiefe Mauern abgestützt. Nein, die Bayernliga-Fußballer des BCF Wolfratshausen haben die Wintervorbereitung genutzt, um etwas völlig Neues aufzubauen. Etwas, das recht hübsch und stabil aussah auf den ersten Blick. Fast alle Testspiele hatten sie gewonnen, gleich drei ihrer Winterzugänge bildeten dabei gemeinsam eine neue Vierer-Abwehrkette - die alte hatte in der Vorrunde arg baufällig gewirkt. Doch seit Samstag weiß der Architekt Marco Stier, dass er mindestens die Wetterbeständigkeit noch einmal überprüfen muss. Und höchstwahrscheinlich auch die Statik. Denn die erinnerte in der ersten Partie nach der Winterpause an ein Kartenhaus.

"Wir sind überrumpelt worden", musste BCF-Abteilungsleiter Manfred Fleischer nach der 0:4-Auswärtsniederlage in Sonthofen feststellen. Es war die einzige Samstagspartie in der Bayernliga Süd, die nicht wegen des Wetters abgesagt worden war, sie fand auf einem engen Kunstrasen statt. Einem, wie ihn die Wolfratshauser von ihrer eigenen Anlage kennen. Sie hätten also durchaus zurechtkommen können. Doch das gelang ihnen nicht. Nach einem Freistoß in der vierten Minute aus dem Halbfeld köpfelte Sonthofens Armin Rausch den Ball zum 1:0 ins Tor, das von Ersatzkeeper Emrullah Karaca gehütet wurde. Kaum zwei Minuten später passte die Rückwärtsbewegung der Gäste nicht, Andreas Maier erhöhte per Flachschuss auf 2:0. Von der Papierform her war der BCF durchaus offensiv aufgestellt, doch der Matchplan habe gelautet, tief zu stehen und auf schnelle Vorstöße zu bauen - das hatte sich nach sechs Minuten erledigt. Das 0:3 folgte nach einer halben Stunde.

Zur Pause baute Stier um. Marin Culjak gesellte sich rechts in die Viererkette neben zwei andere Neue, die Innenverteidiger Timon Hummel und Aleksandar Spehar. Culjaks Platz im defensiven Mittelfeld nahm der eingewechselte Michael Rödl ein. Das habe etwas zur Ordnung beigetragen, stellte Fleischer fest, den drei Neuen stellte er aber ein ordentliches Zeugnis aus - die Fehler seien weiter vorne gemacht worden. Die Partie war jedenfalls gelaufen, zumal nach Foul an Angelo Hauk Marian Knecht einen Strafstoß nicht nutzte. Erst ahnte der Torhüter die Ecke, dann lenkte er Knechts Nachschuss mit dem Knie an die Latte (70.). Das 0:4 fiel kurz vor Schluss.

Zwölf Spiele hätten sie noch, acht daheim, sagt Fleischer, die Chance auf einen der vier Relegationsplätze sei weiter gegeben. Zurzeit steht das Team auf Rang 17, dem letzten also, der nicht den direkten Abstieg brächte. Doch das Wolfratshauser Bauwerk weist nun einige Schäden auf. Das heißt abdichten, Risse zuschmieren, Mauern abstützen.

© SZ vom 05.03.2018
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