Basketball Endlich Ferien

Tanz in den April: Bayern-Regisseur Stefan Jovic (li.) schirmt den Ball vor Braunschweigs Joe Rahon ab.

(Foto: imago images / kolbert-press)

Der Meister FC Bayern München bezwingt Braunschweig und gewinnt das vierte Spiel in zehn Tagen. Jetzt freut sich der Tabellenführer über zwei freie Tage.

Von Joachim Mölter

So ein Wochenende eignet sich ja prima, mal wieder bei der Familie vorbeizuschauen. Auch der Basketballer Dejan Kovacevic, 22, nutzte das erste Osterferien-Wochenende zu einem Besuch in der Heimat. Der 2,08 Meter große Forward hat das Spielen ja beim TuS Fürstenfeldbruck und beim MTSV Schwabing gelernt, zuletzt wurde er ausgebildet im FC-Bayern-Nachwuchs, von wo aus er den Sprung in die Bundesliga schaffte - allerdings nicht in München, sondern zu den Braunschweiger Löwen. Mit denen gastierte er am Sonntag bei seinem alten Klub, er beließ es bei drei Punkten. Auch seine Mitspieler waren freundlich und standen einem weiteren Sieg der Bayern-Basketballer nicht allzu sehr im Weg.

Mit dem 84:73 (48:36)-Erfolg und nun 52:4 Punkten festigten die Münchner jedenfalls ihre Tabellenführung vor dem Verfolger EWE Oldenburg (46:10). Die Braunschweiger Löwen hingegen sind im Kampf um die Playoff-Teilnahme weiter zurückgefallen. Mit 26:28 Punkten haben sie als Neunter jetzt vier Pluspunkte Rückstand auf den Achten, s.Oliver Würzburg (30:26), und vier Minuspunkte Abstand zum Siebten, Telekom Bonn (30:24). Bei den FC-Bayern-Basketballern, die nach zwei Auswärtsspielen in Frankfurt (91:87 nach zweimaliger Verlängerung) und Ludwigsburg (91:75) wieder mal vor heimischem Publikum antraten, hatte Cheftrainer Dejan Radonjic nur einen Elf-Mann-Kader aufgeboten statt der erlaubten Zwölfer-Auswahl. Den kürzlich erst von einer längeren Verletzungspause zurückgekehrten Center Devin Booker plagen Kniebeschwerden, den Ergänzungsspieler Robin Amaize ebenso. Und der finnische Korbjäger Petteri Koponen war in Ludwigsburg umgeknickt und soll ebenfalls ein paar Tage aussetzen.

Die Braunschweiger mussten ebenfalls auf einen wichtigen Mann verzichten, vielleicht sogar ihren wichtigsten: Ihr Chefcoach Frank Menz, der ehemalige Bundestrainer, hatte sich krank gemeldet und wurde an der Seitenlinie von seinem Assistenten Steven Clauss ersetzt, einem Deutsch-Amerikaner. Dennoch kamen die Löwen besser in die Partie. Angetrieben von ihren Führungsspielern DeAndre Lansdowne (insgesamt 15 Punkte) und Scott Eatherton (ebenfalls 15) führten sie ruckzuck 11:2 (4.). Weshalb FCB-Coach Radonjic die erste Auszeit nahm, um seine Mannschaft neu einzustellen. Mit Erfolg: In nur 40 Sekunden verkürzte sie auf 8:11, dank zweier Tempogegenstöße, der zweite eingeleitet durch einen spektakulären Block von Vladimir Lucic, der damit Löwen-Center Eatherton an der Vollendung eines nicht minder spektakulären Alley-oop-Zuspiels hinderte.

Bis zur ersten Viertelpause hatten die Münchner die Partie ausgeglichen (17:17), unmittelbar danach demonstrierten sie erneut, wie gefährlich sie sind, wenn sie schnell spielen können. Maodo Lo und Braydon Hobbs nach Gegenstößen sowie Nemanja Dangubic mit einem schnellen Wurf aus der Distanz direkt nach dem Einwurf stellten schnell auf 25:19 (12.) - damit waren die Weichen gestellt zum Erfolg.

Noch vor der Pause wuchs der Vorsprung der Gastgeber bis auf 15 Punkte an (41:26/18.); in dieser Phase hielt nur der österreichische Nationalspieler Thomas Klepeisz die Braunschweiger mit drei Dreiern noch im Spiel. Doch immer, wenn die Gäste sich wieder bedrohlich näherten wie beispielsweise beim 60:65 (32.), griff Münchens Kapitän Danilo Barthel ins Geschehen ein, entweder per Distanztreffer in der Offensive, mit dem er die Führung der Münchner wieder ausbaute, oder per Block von Lansdowne beim Konter, mit dem er eine weitere Annäherung der Gäste unterband. Mit 22 Punkten, fünf Rebounds und vier Assists bewies der fleißige Flügelspieler Barthel ein weiteres Mal seine Klasse und Vielseitigkeit. Ihm am nächsten kam Derrick Williams mit elf Zählern.

Nach dem vierten Sieg innerhalb von zehn Tagen, mit dem Radonjic "zufrieden" war, haben nun auch die Münchner in den Osterferien ein wenig Zeit zur Erholung, Barthel erzählte strahlend von zwei freien Tagen, das gab es in der gesamten Saison noch nicht. Das nächste Spiel ist am kommenden Sonntag zu Hause gegen den Abstiegskandidaten Merlins Crailsheim.

Eine weitere Woche später kommt es dann zum Gipfeltreffen beim Eurocup-Finalisten Alba Berlin. Mit dieser Partie beginnt die Einstimmung auf die Mitte Mai beginnenden Playoffs. Zum Besuch in der Hauptstadt hoffen die Bayern alle angeschlagenen Spieler wieder fit dabei zu haben.