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Basketball:Die Crux mit den Dreiern

Hat einige Reserven: Spielmacherin Fanny Szittya sucht bei Jahn München noch ihre Bestform.

(Foto: Claus Schunk)

Zweitligist Jahn München hadert mit der Niederlage gegen Ludwigsburg. Das Potential des jungen Teams ist noch lange nicht ausgereizt.

Markus Klusemann wirbelte immer wieder mit den Armen in der Luft herum, als Ludwigsburg angriff. "So sollt ihr das machen", lautete die pantomimisch dargestellte Aufforderung des Trainers der TS Jahn München: Arme hoch und dicht an die Gegnerinnen heran. Das klappte für einige Minuten nach der Pause auch, und so schien es, dass die Münchner Zweitliga-Basketballerinnen das Heimspiel gegen die BSG Basket Ludwigsburg nach dem 26:35-Rückstand zur Halbzeit noch drehen könnten. Zwischenzeitlich gelang auch der Ausgleich zum 45:45, aber dann punktete die Ludwigsburgerin Leonie Elbert wieder von der Dreierlinie. Am Ende lagen die Gäste mit 75:66 vorne. Die Jahn-Bilanz mit fünf Siegen und vier Niederlagen ist einen Spieltag vor Abschluss der Vorrunde immer noch positiv, doch besonders die Trefferquote aus der Distanz ist beim Tabellenfünften ein großes Manko.

Wie effektiv und spielentscheidend Treffer von der Dreierlinie sind, machte Leonie Elbert vor. Obwohl sie von Jahns Jella Molz abgeschirmt wurde, traf die 23-jährige Ludwigsburgerin von außen fast wie sie wollte. Als Aufbauspielerin ist die eher kleine Elbert die Topscorerin ihrer Mannschaft. Das wussten die Münchnerinnen, trotzdem traf Elbert fünfmal aus der Distanz. Und zwar immer dann, wenn es für Ludwigsburg wichtig war. Am Ende verbuchte sie 24 Zähler. "Sie traf auch mit Jellas Hand in ihrem Gesicht", sagte Lea Pfeifer und verdeutlichte damit die hohe Qualität der Gästespielerin. Jahn-Coach Klusemann fand Elberts Leistung gar erstligareif. Bei den Münchnerinnen waren nur Centerin Anna Heise (22) und Emily Bessoir (18) ähnlich erfolgreich.

Die Jahn-Formation nahm durchaus auch Versuche von der Dreierlinie, allerdings waren nur sechs von insgesamt 24 erfolgreich - eine magere Quote von 25 Prozent. "Daran müssen wir unbedingt arbeiten", bekräftigte Klusemann, der bedauerte, dass Praise Egharevba (Fußverletzung) nicht spielen konnte. Das erst 16-jährige Nachwuchstalent ist bereits eine der Stützen der Mannschaft, "eine Qualitätsspielerin", wie Klusemann sagt. Nach wie vor sind die Playoffs das Ziel, also Ende März unter den besten Vier in der Süd-Staffel zu stehen. Der Trainer ist durchaus zuversichtlich, dass das klappt: "Wir haben auch gegen Ludwigsburg richtig schöne spielerische Phasen gehabt, als wir den Ball schnell bewegt haben."

Die Integration der neuen, zumeist jungen Spielerinnen scheint geglückt zu sein. Das war nach dem massiven personellen Umbruch zu Beginn der Saison nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Und es ist das Verdienst von Klusemann und Co-Trainerin Petra Fackler. Neben Bessoir haben sie fünf weitere Akteurinnen des Jugend-Bundesligateams der TS Jahn in die Mannschaft und den 14er-Kader eingebaut. "Sarah Lange hat einen super Job gemacht", lobte Klusemann die 17-jährige Centerin, die Egharevba ersetzen musste. Mit der von ihrer Fußverletzung wieder genesenen Lea Pfeifer und Johanna Häckel gehören noch zwei 19-Jährige zum Team. Häckel spielte gegen Ludwigsburg erstmals nach ihrer monatelangen Verletzung wieder einige Minuten mit.

Klusemann sieht noch Reserven bei seiner Formation, wenn alle Spielerinnen fit sind - auch bei den Arrivierten. Verena Seligmann konnte noch nicht wieder an ihre Vorjahresform anknüpfen, auch Spielmacherin Fanny Szittya ist noch zu mehr fähig. "Wir müssen auch noch an der Kondition arbeiten", sagte Klusemann. Das sollten sie auch, denn am kommenden Sonntag erwartet sie der Tabellendritte Falcons Bad Homburg.