Süddeutsche Zeitung

Basketball:Bewährtes Konzept mit neuer Leitung

Bei den Zweitliga-Frauen der TS Jahn München übernimmt Megan Woods das Amt und die Ideen des scheidenden Trainers Markus Klusemann.

Von Karl-Wilhelm Götte, München

Bei den Zweitliga-Basketballerinnen der TS Jahn München, die die laufende Saison auf Tabellenplatz drei abgeschlossen haben, kommt es zu einem erneuten Trainerwechsel. Markus Klusemann hört nach nur einer Saison wieder auf und nimmt ein Angebot in den USA wahr. Für ihn übernimmt die gebürtige Kanadierin Megan Woods die Cheftrainerposition. Petra Fackler bleibt weiterhin Co-Trainerin.

Woods kam vor knapp zwei Jahren mit ihrem Ehemann und zwei Söhnen nach Deutschland, weil ihr Mann für eine internationale Firma in München arbeitet. Die 42-jährige ehemalige Profibasketballerin war zuletzt als Trainerin des U15-Jungenteams des FC Bayern München tätig. "Wir hatten wegen Corona keine richtige Saison und konnten nur drei Spiele austragen", erzählt sie. Woods stammt aus Montreal und war mal kanadische U17-Nationalspielerin. Nach vier Jahren College-Basketball spielte sie von 2003 bis 2005 zwei Jahre in Frankreich als Profi. "Das war eine richtig aufregende Zeit in Paris", erinnert sich die Aufbauspielerin, die mit 1,83 Metern für eine Spielmacherin eine stattliche Größe aufwies. Zuletzt wohnte sie mit ihrer Familie in Texas/USA. Klusemann, der fast fünf Jahre Landestrainer beim Bayerischen Basketball-Verband (BBV) war, lernte Woods beim Training des BBV-Nachwuchskaders auf dem Bayern-Campus kennen. Co-Trainerin Fackler war in die Entscheidung eingebunden. "Sie hat eine ähnliche Spielauffassung und Verständnis von Mannschaftsführung wie wir", sagt Fackler über die neue Cheftrainerin, die ihre Arbeit am 1. Juni beginnen wird, die Mannschaft aber schon im Training kennengelernt und Spielvideos gesehen hat. "Das sind hart arbeitende Mädchen und Frauen", sagt sie.

Die Liga, die gegen Ende chaotisch wirkte, bleibt wohl unverändert, ebenso der junge Münchner Kader

Woods übernimmt eine intakte Mannschaft, die ihre anfänglichen Probleme, nachdem nur fünf Spielerinnen aus der Vorsaison geblieben waren, schnell überwunden hat. "Wettkampffähig machen", nannte Klusemann diesen Entwicklungsprozess. Das gelang vor allem nach Weihnachten. "Platz drei in der Liga ist eine Riesenleistung gewesen", sagt der scheidende Trainer, den diese unerwartete Platzierung rückblickend beglückt. Corona habe die Mannschaft zusätzlich zusammengeschweißt. Klusemann, 37, wird künftig für eine Firma in den USA ein Basketballzentrum aufbauen, für Jungen im Alter von 16 bis 18 Jahren.

Die junge Jahn-Formation wird nach aktuellem Stand weitgehend zusammenbleiben, diesmal stehen auch keine studienbedingten Weggänge an. Topscorerin Theresa Spatzier, Paula Graichen, Talena Fackler und Olivia Borsutzki werden erneut für die Punkte zuständig sein, Jella Molz bleibt die Rolle der "25-jährigen Veteranin", wie Klusemann schmunzelnd sagt. Constanze Ehrmeier und Viktoria Sarközi haben im Laufe der Saison immer bessere Rollen gespielt, und mit Centerin Leonie Kambach kann das neue Trainerduo nach deren Fußverletzung im kommenden Herbst auch wieder rechnen.

Megan Woods wird es wohl mit der gleichen Zwölferliga zu tun bekommen, die sich für diese Saison auf einen Profistatus berufen konnte, um den Spielbetrieb fortführen zu können - auch wenn dieser gegen Saisonende doch sehr chaotisch geriet. Absteiger wird es wohl nicht geben, die beiden Spitzenteams Würzburg und Bad Homburg sind in den Aufstiegs-Playoffs gegen die Nord-Vereine aus Düsseldorf und Bergisch-Gladbach gescheitert. Das Ziel von Megan Woods bleibt das selbe wie bisher: die jungen Spielerinnen weiterzuentwickeln. "Auf dem Parkett und auch draußen", wie sie betont.

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