Baseball Von Legionären

Zwischen den beiden Erstligisten München-Haar und Regensburg gibt es seit Jahren ein reges personelles Wechselspiel. Nun kehrt Francis "Paco" Garcia von den Oberpfälzern zu den Disciples zurück - als neuer Trainer.

Von Christoph Leischwitz

Es hat wohl schon allein geografische Gründe, jedenfalls gibt es seit Jahren ein lebhaftes Wechselspiel zwischen den München-Haar Disciples und den Regensburg Legionären. Es sind eben die beiden einzigen Baseball-Bundesligisten in der näheren Umgebung. So wechselte zum Beispiel in der Winterpause der Pitcher Jan Tomek nach einem erfolgreichen Jahr in Haar zurück zu den Oberpfälzern. Doch Haars Sportdirektor Christopher Howard hatte zuletzt noch ein größeres Problem: Er musste seinen Bruder Philipp ersetzen, der seinen Posten als Chefcoach aufgegeben hat, um in den Trainerstab der Nationalmannschaft zu wechseln. Und natürlich fiel sein Blick sofort in die Oberpfalz. Dort wurde kürzlich ein recht erfahrener Trainer entlassen, nämlich Francis "Paco" Garcia, und der wird nun die Disciples übernehmen. Der 46-Jährige ist selbstverständlich ein Rückkehrer: Zwischen 2011 und 2016 war er in Haar Pitcher sowie Co-Trainer.

"Er hat eine sehr klare Vorstellung, wie wir diese Saison spielen wollen", sagt Howard über Garcia, der bereits das Training leitet. Die Regensburger Umstrukturierung zieht über Garcia nun also auch eine Umstrukturierung in Haar nach sich. Denn der neue Trainer sieht auch neue Schlüsselspieler vor. Garcia und Howard stehen kurz vor der Verpflichtung zweier Werfer, die jeweils in der Startformation für Spiel eins des jeweiligen Spieltags (mit einem Deutschen oder einem EU-Ausländer auf dem Werferhügel) und Spiel zwei (US-Amerikaner als Pitcher sind erlaubt) eingeplant sind. Gutes Pitching sehen die Disciples als Grundvoraussetzung für den Erfolg in der Südstaffel der Bundesliga an. Allerdings können sie nicht jeden verpflichten, der Regensburg verlässt. Der über Jahre erfolgreichste Werfer der Liga, Mike Bolsenbroek, war nicht bezahlbar. Er wird dennoch zu den ersten Heimspielen am 6. April nach Haar kommen: als Werfer der Heidenheim Heideköpfe, einem etwas weiter entfernten Konkurrenten.