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Baseball:Ungeliebte Bekannte

Josh Peterson

Freude auf Solingen? Josh Petersen.

(Foto: Claus Schunk)

Die Haar Disciples starten in die neue Zwischenrunde der Bundesliga. Auftaktgegner ist ausgerechnet Solingen, wo in den vergangenen Jahren stets Endstation für sie war.

Von Christoph Leischwitz

Vieles ist neu, aber eben auch behaftet mit schlechten Erinnerungen. Denn einerseits reisen die München-Haar Disciples an diesem Wochenende zu zwei so genannten Interleague-Spielen; diese sind Teil einer neu eingeführten Zwischenrunde in der Baseball-Bundesliga. Andererseits treffen sie an diesem Samstag (13 und 16.30 Uhr) erst einmal auf einen ungeliebten Playoff-Bekannten.

Die Solingen Alligators haben den Münchnern in den vergangenen Jahren schmerzliche Niederlagen zugefügt. Drei Mal in Serie, von 2013 bis 2015, schied Haar gegen die Rheinländer jeweils im Viertelfinale aus. Endlich einmal weiter zu kommen als unter die letzten Acht, das ist das erklärte Ziel der Münchner. Die Professionalisierung des Klubs und die Verpflichtung dominanter Spieler wie etwa Pitcher Ryan Bollinger war eine direkte Reaktion auf die schwarze Serie gegen Solingen. Diesmal geht es gegen den Angstgegner aber noch gar nicht ums Ausscheiden. In den kommenden vier Wochen müssen alle Teams lediglich versuchen, sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen für das Viertelfinale Anfang September. Nach dem Duell mit Solingen treten die Disciples gegen drei weitere Nord-Teams an, am 5. und am 26. August jeweils in zwei Heimspielen gegen Paderborn und Bonn. Am Ende der Zwischenrunde entscheidet der Tabellenstand über die Playoff-Paarungen.

Es ist allerdings nicht so, dass der bisherige Saisonverlauf unerheblich wäre. Alle Ergebnisse der Punkterunde gegen Mannschaften, die an der Interleague-Runde teilnehmen, fließen in die neue Tabelle ein. Die Disciples starten dadurch mit einer Bilanz von sechs Siegen und sechs Niederlagen und befinden sich auf Rang vier. "Ziel ist, die Top drei zu erreichen, damit wir ein gutes Los für das Viertelfinale haben", sagt Sportdirektor Christopher Howard. Das hält er auch für realistisch, weil die Gegner aus dem Norden derzeit etwas schwächer eingeschätzt werden.

"Die Zeiten haben sich geändert. Sowohl Solingen als auch wir haben viele neue Spieler. Ich sehe gute Chancen, mit zwei Siegen zurückzukehren", sagt Spieler und Manager Michael Stephan, der bei den vielen Niederlagen gegen Solingen dabei war. Die Disciples reisen weitgehend in Bestbesetzung an, am Wochenende wird nur der starke Schlagmann Richard Klijn aus familiären Gründen fehlen. Der Einsatz des lange verletzten Pitchers Christoph Ziegler ist allerdings noch fraglich.

© SZ vom 29.07.2017
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