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Baseball:Sommer-Hit

Erhöhte Aufmerksamkeit: Haars Pitcher Christoph Ziegler möchte auch Werbung für die Playoffs machen.

(Foto: Claus Schunk)

Die Disciples erwarten 1000 Baseball-Fans zum Allstar-Spiel zwischen Nationalteam und Liga-Auswahl.

Von Christoph Leischwitz, Haar

Es war schon zu gewöhnlichen Spielen immer höchste Konzentration und körperliche Fitness gefordert, das Team arbeitete regelmäßig am Anschlag und stand pausenlos unter Strom. Doch am kommenden Sonntag werden sie noch einmal in einer ganz anderen Liga spielen. Deshalb war man sich bei den München-Haar Disciples schnell einig: Der Burgergrill, der bei den Bundesliga-Heimspielen zum Einsatz kommt, er wird diesmal schlicht nicht ausreichen, um alle Besucher zu versorgen.

Premiere in Eglfing: Noch nie fand das jährliche Duell in Bayern statt

Mit bis zu 1000 Zuschauern rechnen die Disciples, die am Sonntag offiziell als Ausrichter und Organisatoren fungieren für ein Ereignis, das in bester amerikanischer Tradition steht: ein Allstar-Spiel. Anders als in der nordamerikanischen Profiliga MLB treten hier aber nicht ausgewählte Spieler zweier Staffeln gegeneinander an, sondern eine Bundesliga-Auswahl gegen die Nationalmannschaft. In beiden Kadern werden Disciples-Spieler stehen. "Ist schon lustig, wenn zum Beispiel Christoph Ziegler gegen Ryan Bollinger am Schlag steht", sagt Disciples-Manager Michael Stephan. Ziegler und Bollinger sind beide Pitcher in Diensten Haars. Auf Seiten der Nationalmannschaft stehen auch noch Lukas Steinlein und Kevin Trisl im Kader, neben Bollinger, dem besten Werfer der gesamten Bundesliga-Punkterunde, rückte kurzfristig auch noch Nate Thomas in die Bundesliga-Auswahl. Vor dem Spiel um 14.30 Uhr, das von Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller mit einem "First Pitch" eröffnet wird, findet auch noch ein Homerun-Wettbewerb statt, in dem sechs Konkurrenten versuchen, so viele Bälle wie möglich aus dem Stadion zu schlagen. Auch hier wird Bollinger die Disciples vertreten.

Der Organisationsaufwand für die Ausrichter ist enorm: Sie kümmern sich um Unterkunft und Shuttles für die Spieler, die aus ganz Deutschland anreisen. Statt dem Burgergrill mit seinem kleinen Kiosk gibt es diesmal eine temporäre Großküche, die alle Besucher in zwei Bierzelten und einem VIP-Zelt versorgen wird. Eine Rockband aus den USA gibt es auch. Der Sänger von Ocean Street aus Nashville ist im Münchner Umland kein Unbekannter: Andy Kropf war vor einigen Jahren Trainer des Baseballteams der Gauting Indians, Haars Michael Stephan und Kropf sind seitdem gute Kumpels.

Die Disciples bezahlen einen Großteil der Kosten selbst, der deutsche Baseball- und Softballverband übernimmt zum Beispiel die Hotelübernachtungen. "Ich glaube, der Verband freut sich, dass wir uns beworben haben", sagt Stephan. Vor allem deshalb, weil das jährlich veranstaltete Allstar-Game bislang noch nie in Bayern stattgefunden hat. Die Disciples hoffen einerseits, dass die Veranstaltung nicht ins Wasser fällt und man zumindest auf keinen Unkosten sitzen bleibt. Doch Stephan geht es vor allem um das Image des Vereins: "Wir wollen den Standort München-Haar in Deutschland gut repräsentieren und hoffen, dass wir dann auch in Zukunft für ähnliche Events in Frage kommen, für Länderspiele zum Beispiel." Außerdem helfe die erhöhte Aufmerksamkeit vielleicht ja auch, um schon in zwei Wochen Baseball-Fans im Sportpark Eglfing begrüßen zu können. Dann nämlich bestreiten die Disciples ihre ersten beiden Playoff-Heimspiele, gegen die Paderborn Untouchables.

© SZ vom 22.07.2017
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