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Baseball:Coach verloren

Erst vor dieser Saison hat Don Freeman, 67, das Amt bei den Haar Disciples übernommen. Nun musste er wegen dringender privater Angelegenheiten in die Heimat zurückkehren.

(Foto: Claus Schunk)

Aus privaten Gründen verlässt Don Freeman überraschend die Haar Disciples. Sportdirektor Howard sucht einen Ersatz mit Perspektive.

Von Christoph Leischwitz

Christopher Howard klang am Montagmittag ebenso geschockt wie müde. Der Sportdirektor des Baseball-Erstligisten München-Haar Disciples hatte einerseits den überraschenden Rücktritt von Cheftrainer Don Freeman bekanntgeben müssen, mit dem Howard auch persönlich viel verbindet. Er hatte aber auch schon am Sonntagabend damit begonnen, schnellstmöglich einen Nachfolger zu finden. "Ich habe viel telefoniert", sagte er.

Beim klaren 6:0-Erfolg am Sonntagnachmittag gegen sein ehemaliges Team, die Regensburg Legionäre, hatte Howard bereits gewusst, dass nun viel Arbeit auf den Verein zukommen würde. Der Vertrag mit Freeman, der in der vergangenen Saison mit den Mainz Athletics die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte, wurde nur wenige Tage, nachdem Freeman erste Andeutungen gemacht hatte, aufgelöst. Der 67-Jährige reist wegen dringender privater Angelegenheiten zurück in seine Heimat im US-Bundesstaat Washington.

Das trifft die Disciples mitten in der Saison. Nach 18 von 28 Partien in der Punkterunde ist das Rennen um die Playoff-Plätze eng. Der Nachfolger soll "nicht allein aus der Not heraus" verpflichtet werden, sagt Howard, es solle jemand sein, der das Team kennt und vor dem es Respekt habe. Und schickt gleich nach: "Ich selbst mache es nicht." Auch Ex-Trainer und Spieler Michael Stephan kommt aus zeitlich-organisatorischen Gründen nicht infrage. Trotzdem könne man mit ein wenig Glück den Nachfolger schon an diesem Dienstag bekanntgeben - wenn nicht, sei es auch nicht schlimm: "Glück im Unglück: Immerhin ist jetzt eine Woche spielfrei", sagt Howard. Die zweite Mannschaft, die aktuell die zweite Liga anführt, soll der bisherige Co-Trainer Ruben Manriquez übernehmen.

© SZ vom 30.05.2017
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