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Baseball:Caribes können aufatmen

Baseball-Verband sieht von umstrittener Ausländerregelung ab

Von Christoph Leischwitz

Die Baseballer der München Caribes haben noch viel zu tun, bis im April die neue Zweitliga-Saison beginnt. Umso erfreuter ist die Vorsitzende Nixie Zarate-Trassl, dass ihr die neuesten Nachrichten aus Frankfurt keine weiteren Probleme bereiten. Der Ausschuss für Wettkampfsport des deutschen Verbands hat nun nämlich die von ihm selbst auf den Weg gebrachte Ausländerregelung wieder gekippt. Sie hätte vorgesehen, dass EU-Ausländer stufenweise aus den Bundesliga-Kadern hätten gestrichen werden müssen. Nun wurde die seit zwei Jahren diskutierte Reform auf Eis gelegt. Mehrere Klubs hatten mit Klagen gedroht. Auf SZ-Nachfrage bestätigt der Verband, dass er deswegen genauer überprüft habe, ob er möglicherweise gegen EU-Recht verstoßen hätte, was mit hoher Wahrscheinlichkeit der Fall gewesen sei. Nun bleibt alles beim Alten: Jedes Team darf gleichzeitig zwei Ausländer, pro Spieltag einen ausländischen Nicht-EU-Pitcher und unbegrenzt EU-Ausländer einsetzen.

"Selbstverständlich sind wir erleichtert", sagt Zarate-Trassl. Zwar haben auch die südamerikanisch geprägten Caribes immer mehr Deutsche in ihren Reihen, aber weitere zu bekommen, wäre schwierig geworden. Schließlich sind drei weitere Zweitligisten (Haar, Freising, Gauting) in unmittelbarer Nähe zu Hause. Die Caribes müssen daher weitere spanischsprachige Spieler anwerben, EU- wie Nicht-EU-Spieler. Zarate-Trassl betont, es handele sich dabei nicht um Söldner, sondern um Spieler, die dauerhaft in München leben und arbeiten wollen. Diese zu finden sei schwer genug. Immerhin sei es nun sinnvoll, sie zu suchen. Dem eigentlichen Ziel der Reform, deutsche Spieler stärker zu fördern, kann übrigens auch Zarate-Trassl viel abgewinnen. Ihr Verein tut das seit Jahren mit breit angelegter Jugendarbeit. Mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche zwischen vier und 17 Jahren gehören den Nachwuchs-Teams an.

© SZ vom 16.12.2016
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