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Badminton:Schlusslicht auf Augenhöhe

Tobias Wadenka.

(Foto: Claus Schunk)

Aufsteiger TSV Neuhausen-Nymphenburg startet mit zwei Niederlagen in die Badminton-Bundesligasaison. Der Teammanager Philipp Blonck sieht dennoch positiv in die Zukunft.

Von Marie Schneider

Wenn sich eine Mannschaft nach zwei Spieltagen mit null Punkten auf dem letzten Tabellenplatz wiederfindet, kann das den Vereinsverantwortlichen durchaus Sorgen bereiten - insbesondere, wenn sie vor der Saison stolz den "besten Kader, den wir jemals hatten" vorgestellt haben. Philipp Blonck, der Teammanager des Badminton-Erstligisten Neuhausen-Nymphenburg, hat genau das vor Kurzem getan. Den mäßigen Saisonstart am vergangenen Wochenende nahm er dennoch erstaunlich gelassen. "Es werden noch Spiele kommen, die wir gewinnen können", sagte er entspannt. Der Aufsteiger hat weiter den Klassenerhalt als Ziel. Allerdings gab Blonck zu, dass sie "eigentlich besser in die Saison starten" wollten.

Gleich zwei 2:5-Niederlagen mussten die Neuhauser am Wochenende gegen vermeintlich schlagbare Gegner verkraften. "Wir haben uns mehr erhofft", sagte Blonck am Montag. Das Team habe "ein bisschen Pech" gehabt, die Spiele seien immer knapp ausgegangen. So verlor ihre Nummer eins Misha Zilberman am Samstag in der Partie gegen den TSV Trittau beispielsweise knapp im fünften Satz. Es sei ein "Spiel auf Messers Schneide", ein "Duell auf Augenhöhe" gewesen, fand Blonck. In Sergey Sirant aus Russland stand ein starker Gegner auf der anderen Seite des Netzes, der zu den Top 100 der Weltrangliste zählt. "Das waren mit die zwei stärksten Spieler der Liga", stellte der Teammanager fest und fügte hinzu, dass Zilbermann - wie einige seiner Mitspieler - "einfach Pech" hatte. Im Mixed-Doppel überzeugte Zilberman mit seiner Teamkollegin Kaja Stankovic trotzdem und fuhr einen der zwei Siege vom Samstag ein, was Blonck als "sehr sehr positiv" abstempelte.

Das Männerdoppel entschieden Tobias Wadenka und Manuel Heumann für sich. Einen der Gründe für den schlechten Saisonstart am Samstag sah Blonck in der Abwesenheit von Fabian Holzer und Annabella Jäger. Der ehemalige Nationalspieler sowie die aktuelle Nationalspielerin nahmen an einem Turnier teil, um Punkte für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu sammeln. Mit solchen Ausfällen wird die Mannschaft die ganze Saison über zu kämpfen haben: "Es ist jedes Mal ein bisschen eine Überraschung, wer spielen wird", sagt Blonck. Doch dies sei schließlich auch bei den anderen Vereinen der Fall. Man müsse "von Spiel zu Spiel planen", um in Zukunft Punkte einzufahren und einen besseren Tabellenplatz zu erreichen.

Am Sonntag gegen Blau-Weiß Wittorf-Neumünster gingen dann die beiden am Vortag ausgefallenen Spieler leer aus. Holzer verlor sein Doppel mit dem neuen Teamkollegen Ivan Rusev nach vier Sätzen. Und auch Jäger ließ im Frauendoppel mit Natalya Voytsekh gegen Nina Vislova und Lise Jaques aus Wittorf Punkte liegen. "Wir müssen die neuen Spieler noch besser einbauen. Das Feintuning stimmt noch nicht", konstatierte Blonck. So habe es noch zu viele Abstimmungsprobleme und Missverständnisse zwischen den Teamkollegen gegeben. Dennoch "passen die Spieler gut zusammen", findet er, die Harmonie werde von Mal zu Mal besser. In den beiden Einzelspielen der Männer überzeugte Zilbermann diesmal gegen den ehemaligen Neuhauser Lucas Bednorsch mit einem Sieg in vier Sätzen. Der bulgarische Nationalspieler Rusev gewann sein Einzel gegen Egor Kurdyukov ebenfalls nach vier Sätzen. Doch das reichte wieder nicht für den Gesamtsieg. Nach den zwei Niederlagen im Doppel verlor auch Natalya Voytsekh ihr Einzel knapp im fünften Satz. "Hinten raus hat es nicht gereicht. Da hat die Luft gefehlt", stellte Teammanager Blonck fest. Die 27-jährige ukrainische Nationalspielerin sei erst am Samstagmorgen aus ihrem Heimatland eingeflogen, habe vorher schon ein Doppel gespielt und sei dementsprechend müder gewesen als ihre Gegnerin Vivien Sandorhazi, die lediglich bei diesem Einzel antrat. Blonck: "Es ist dann auch eine konditionelle Frage." An diesen Defiziten wolle man in Zukunft arbeiten, um insbesondere knappe Niederlagen zu vermeiden. Im nächsten Heimspiel am kommenden Samstag (16 Uhr), dem bayerischen Derby gegen den oberpfälzischen TSV Freystadt, will der Aufsteiger nun versuchen, sich wieder aus dem Tabellenkeller zu befreien. "Wir müssen punkten", kündete Blonck an. Er plane mit dem besten Kader und einer vollen Aufstellung - doch es bleiben Unsicherheiten. Jäger und Rusev nehmen an einem Turnier in Belgien teil, das je nach Verlauf erst am Samstag für sie enden könnte. Blonck kann also nur hoffen, "dass alle da sind". Bei allem Optimismus: Der beste Kader, den sie je hatten, hilft natürlich nur etwas, wenn er auch häufig zum Einsatz kommt.

© SZ vom 10.09.2019

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