Badminton Die Rechenspiele können beginnen

Gute Nerven: Lucas Böhnisch, 22, holt für den TSV Neubiberg/Ottobrunn sowohl im Doppel als auch im Mixed wichtige Punkte.

(Foto: Claus Schunk)

Die abstiegsbedrohten Zweitligisten Neubiberg und Geretsried fahren wichtige Heimsiege ein.

Von Sebastian Hepp, Neubiberg/Geretsried

Da war selbst Neubibergs Bundesligamanager Hubert Hauber baff: "Ich habe heute bestenfalls mit einer knappen Niederlage gerechnet. Gegen Jena haben wir noch nie gewonnen", freute er sich nach dem klaren 5:2-Heimerfolg seines Badminton-Zweitligisten, der mit drei Punkten belohnt wurde.

Neben erfahrenen Spielern wie Felix Hoffmann und dem Dänen Martin Baatz Olsen waren es am Samstag erneut die Youngsters im Kader, die Hauber durch ihre Siege überzeugten und das Vertrauen des Managers in sie mehr und mehr rechtfertigen. So steuerte Lucas Böhnisch, der mit seinen 22 Jahren bereits als Stammspieler im Kader etabliert ist, gegen Jena sowohl einen Viersatzerfolg im ersten Doppel (an der Seite von Olsen) als auch einen wichtigen Zähler im Mixed zum Gesamtsieg bei. In einer an Spannung kaum zu überbietenden Partie rangen er und seine Partnerin Nicole Schnurrer, 33, das starke sächsische Duo Julian Voigt/Laura Adam mit 11:6, 7:11, 11:4, 8:11 und 14:12 nieder. Im fünften Durchgang hatten die Neubiberger beim Stand von 10:11 einen Matchball gegen sich, behielten aber die Nerven und entschieden beim Stand von 12:12 die entscheidenden Ballwechsel für sich.

Geradezu abgebrüht für sein Alter präentierte sich der 18-jährige Kevin Feibicke, der mit Felix Hoffman zunächst eine überzeugende Leistung im zweiten Herrendoppel bot (Viersatzerfolg gegen die Paarung Höflitz/Predel) und sich auch im Einzel zu einem Siegspieler entwickelt. Beim 11:6, 11:6 und 11:8-Sieg im zweiten Herreneinzel gegen Pit Hoffmann zeigte der dank seiner Größe mit einer guten Reichweite gesegnete Feibicke mehr Variation in den Schlägen und die größere Konstanz. Grund zur Freude hatte auch Julian Edhofer, der mit seinem Aufreten im Spitzeneinzel gegen Moritz Predel zwar nicht vollends zufrieden war ("Ich habe zu viele Fehler gemacht"), am Ende aber mit 8:11, 11:9, 11:6 und 11:9 die Oberhand behielt. Verloren gingen für Neubiberg nur das Damendoppel und das Dameneinzel (Viersatzniederlage der 19-jährigen Zweitliga-Debütantin Pia Becher). "Wir sind lange noch nicht durch, aber das war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt", kommentierte Hubert Hauber den ersten Saisonsieg seines Kaders.

Den konnte am Sonntag vor eigenem Publikum auch der TuS Geretsried beim 4:3-Erfolg gegen den SV Fun-Ball Dortelweil verbuchen. Der Aufsteiger startete zwar mit zwei Viersatzniederlagen im ersten Herrendoppel und im Damendoppel, die weder der irische Nationalspieler Mark Brady noch die deutsche Jugendnationalspielerin Ann-Kathrin Spöri zu verhindern wussten. Doch anschließend zeigte Spöri im Einzel gegen Theresa Isenberg ihre ganze Klasse. In puncto Schnelligkeit, Beweglichkeit und Schlagsicherheit hatte die von ihrem Verein für die Teilnahme an der Jugendolympiade geehrte Spöri ihrer zweitligaerfahrenen Gegnerin einiges voraus und gewann 11:6, 11:6 und 11:9. Auch Noah Gnalian wusste im zweiten Herreneinzel gegen Patrick Kämnitz zu überzeugen (11:6, 11:3, 6:11, 11:6). Für sein Team überraschend kam dagegen die Niederlage von Mark Brady im Spitzeneinzel gegen den Dortelweiler Sandro Kulla. Der Linkshänder, ein Schrank von einem Mann, setzte Brady immer wieder mit knallharten Smashs zu, gegen die Brady kein Rezept fand, am Netz agierte der Ire mit seinen allzu oft gesetzten Crossbällen ausrechenbar. Geretsrieds Trainer Johann Niesner fiel nach dem ersten Sieg seines Teams in der zweiten Liga ein Stein vom Herzen. "Das war eine bärenstarke Leistung von Michelle Deschle und Samuel Gnalian im Mixed", freute er sich insbesondere darüber, dass das Duo beim Gesamtzwischenstand von 3:3 mit einem Viersatzerfolg gegen die Dortelweiler Paarung Demtröder/Möller den viel bejubelten Siegpunkt für sein Team machte.

Für Niesner haben jetzt schon die Rechenspiele begonnen. "Wenn wir sechs Punkte aus der Hinrunde mitnehmen und in der Rückrunde noch einmal sechs Punkte holen, müsste es für den drittletzten Platz und den Klassenerhalt reichen", gibt er sich optimistisch. Ann Kathrin Spöri wird ihm in der Rückrunde nach ihren Worten jedenfalls öfter zur Verfügung stehen als in der Hinrunde. In zwei Wochen steht zunächst das Gastspiel in Neubiberg an. Tabellenführer Neuhausen-Nymphenburg gewann derweil am Samstag mit 6:1 gegen Marktheidenfeld.