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Aussprache in Unterhaching:Klarheit in den Köpfen

Bei der SpVgg Unterhaching herrscht nach einer Aussprache nun offiziell Einigkeit über die Aufgabenverteilung - sogar einen neuen Stürmer gibt es.

Die Welt kann so einfach sein, und so harmonisch. Bis Mittwoch mussten Anhänger der SpVgg Unterhaching in Sorge sein, die Führungsmannschaft des Fußball-Drittligisten arbeite mehr gegen - denn miteinander. Nun die Aufklärung, dass alle Befürchtungen unbegründet sind: In einem zweistündigen Gespräch regelten Geschäftsführer Erich Meidert, der in die Kritik geratene Sportchef Francisco Copado, Trainer Klaus Augenthaler sowie sein Assistent Matthias Lust die künftige Aufgabenverteilung

Sie haben das Sagen bei der SpVgg Unterhaching: Mäzen Anton Schrobenhauser, Trainer Klaus Augenthaler und Sportlicher leiter Francisco Copado (v.l.).

(Foto: Claus Schunk)

Ergebnis: Alles bleibt beim alten, nur dass die Beteiligten sich jetzt offiziell lieb haben. Alle relevanten Themen seien "gelöst, bereinigt und einvernehmlich geklärt worden", heißt es in einer Pressemitteilung. Und weiter: "Die Arbeit wird in der bisherigen Konstellation zum Wohle der SpVgg Unterhaching fortgesetzt." Irgendwelche Unklarheiten?

Zumindest die Zusammensetzung der Runde überrascht. An der Rolle Augenthalers und Lusts bestand nie Zweifel, sie waren in den Streit der vergangenen Tage gar nicht verwickelt. Stattdessen hätte man SpVgg-Präsident Engelbert Kupka als Teilnehmer dieses Gesprächs erwartet. Er war es, der Sportchef Copado kritisiert hatte, als der öffentlich forderte, der Kader gehöre "ausgemistet". Eine Aussage, für die sich Kupka bei allen Spielern entschuldigte. Auch seine Distanz zur Mannschaft und die Rolle im geplatzten Transfer von Tobias Strobl (TSV 1860 II) wurden Copado angelastet: Von Kupka frontal, Meidert sprach von Gesprächsbedarf. Das war Mittwoch.

Am Donnerstag hatten Kupka und Meidert ihren Groll komplett überwunden. Nichts mehr zu spüren von der angestrebten Ablösung Copados, wie manche Zeitungen kolportiert hatten. Hatte Kupka vor zwei Tagen indirekt die Integrität des Sportchefs in Zweifel gezogen ("Unterhaching hatte immer den Nimbus, hier geht's anständig zu"), so spricht er nun von guter Atmosphäre und einem Seil, an dem alle gemeinsam zögen. Dazwischen lag ein Telefonat mit Copados Schwiegervater Anton Schrobenhauser, nominell Schatzmeister der SpVgg, in der Hauptsache aber allgewaltiger Herrscher im Verein. Alle Seiten hätten sich ausgesprochen, berichtet Kupka: "Manchmal müssen Köpfe zusammenstoßen, damit es Denkanstöße gibt."