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3. Liga:Zu ungenau

Fußball, 3. Liga, 20210221, FC Bayern München II - Viktoria Köln. Im Bild Kilian SENKBEIL (FC Bayern München II, 13) ge

Vorzeitig Feierabend: Bayern-II-Verteidiger Kilian Senkbeil sieht die gelb-rote Karte im Spiel gegen Viktoria Köln.

(Foto: Markus Fischer/Imago)

Der FC Bayern II kassiert wieder einen Platzverweis und verliert zu Hause gegen Abstiegskandidat Viktoria Köln.

Von Stefan Galler, München

Worauf etwa die SpVgg Unterhaching seit Monaten wartet, ist am Sonntagnachmittag einem Ligakonkurrenten aus dem unteren Tabellendrittel gelungen: Viktoria Köln beendete eine lange Phase des Misserfolgs und feierte nach neun sieglosen Spielen den ersten dreifachen Punktgewinn. Sehr zum Ärger des FC Bayern München II, der den Rheinländern am Ende eines turbulenten Spiels im Grünwalder Stadion 0:1 (0:1) unterlag. "Ein Punkt wäre verdient gewesen, aber ich habe auch Verbesserungspotenzial bei uns gesehen, etwa beim Umschalten nach Ballverlusten", resümierte Bayern-Trainer Holger Seitz.

Kaum etwas wurmt einen Ausbilder mehr, als wenn seine Schüler sich ausgerechnet in den am leichtesten zu erlernenden Fächern Fehler erlauben. Und deshalb war Seitz wegen der spielentscheidenden Szene in der 18. Minute angefressen: Einen Eckball konnte sein Team nicht klären, dann bereitete René Klingenburg per Fallrückzieher vor und Lucas Cueto drückte die Kugel aus ein paar Metern über die Linie. "Das darf nicht passieren. Wir haben klare Zuordnungen und haben dem Gegner dennoch die Tür geöffnet", schimpfte Seitz.

Die Inkonsequenz in der Offensive nervt FCB-Trainer Holger Seitz

Nicht der einzige Punkt, den er nach dem Spiel ansprach. Vor allem die Inkonsequenz in der Offensive nervte den Coach: "Wir hatten einige gute Situationen, aber die haben wir nicht fertiggespielt. Der letzte Ball vom Flügel ins Zentrum war zu ungenau, der letzte Pass in die Tiefe war zu ungenau, die Flanken waren zu ungenau", klagte Seitz. "Und wenn wir doch mal den Abschluss gesucht haben, waren wir nicht so entschlossen und zielstrebig, wie man sein muss."

Vor dem 0:1 hätte Bayern in Führung gehen können, schon nach 25 Sekunden kam Armindo Sieb nach einem Missverständnis in der Kölner Abwehr zum Abschluss, brachte aber keinen Druck hinter den Ball. In der siebten Minute prüfte abermals Sieb Viktoria-Keeper Sebastian Mielitz mit einem strammen Linksschuss. Später war es dann vor allem Lenn Jastremski, der in Abwesenheit der angeschlagenen Offensivkollegen Fiete Arp, Timo Kern und Nicolas Kühn Chancenwucher betrieb: Vor der Pause zielte er volley drüber (32.) und traf per Kopf die Latte (43.), später köpfelte er völlig frei über den Balken (70.).

Torwart Lukas Schneller hält in seinem zweiten Drittligaspiel die Niederlage in Grenzen

Es folgte wieder ein Feldverweis für die Münchner. Kilian Senkbeil leistete sich ein taktisches Foul (66.), neun Minuten später einen Tritt gegen Mike Wunderlich - und ging vorzeitig unter die Dusche. Wie vergangene Woche beim 1:1 in Kaiserslautern, als Bright Arrey-Mbi vom Platz flog, mussten die Bayern in Unterzahl zu Ende spielen, diesmal jedoch standen sie am Schluss mit leeren Händen da. "Es ist natürlich brutal, dass wir wieder in einem wichtigen Spiel dezimiert wurden. Aber Kompliment, dass meine Mannschaft auch mit zehn Mann alles getan hat, um das Tor doch noch zu erzielen", sagte Seitz.

In den letzten Minuten war allerdings Köln näher am zweiten Tor als die Roten am Ausgleich, aber der 19-jährige Torwart Lukas Schneller, der erst sein zweites Drittligaspiel bestritt, hielt seinen Kasten mit einigen prächtigen Paraden sauber. Etwa als er innerhalb von wenigen Sekunden gleich zwei Abschlüsse von Michael Seaton mit schnellen Reflexen abwehrte (82.) und nach der folgenden Ecke einen Kopfball von Michael Schultz an die Latte lenkte (83.). "Er hat absolut top gehalten", lobte auch Seitz, der den Fokus bereits auf "ein kompliziertes Spiel" am Mittwoch bei Dynamo Dresden richtete: "Wir haben genügend Qualität, um dort zu gewinnen, sind aber nicht blauäugig: Wir spielen auswärts beim Tabellenführer und Dresden ist gut in Schuss."

© SZ/sjo/lib
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