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3. Liga:Viele Rätsel

Angelo Stiller (Bayern München, FCB, 38) am Ball, Freisteller, Ganzkörper, Einzelbild, Aktion, Action, 16.05.2021, Münc

Letzter Auftritt für Bayern II: Angelo Stiller verlässt die Münchner im Sommer in Richtung Hoffenheim.

(Foto: Sven Leifer/foto2press / imago images)

Die FC-Bayern-Amateure kämpfen am Samstag gegen Halle um den Verbleib in der dritten Liga, haben das Heft aber nicht mehr in eigener Hand. Einige Leistungsträger verlassen außerdem den Klub - wie Mittelfeldspieler Angelo Stiller, den die Bayern ablösefrei ziehen lassen.

Von Christoph Leischwitz, München

Wahrscheinlich ist der Abschied aus der dritten Liga, ganz sicher ist der Abschied von mehreren Spielern am Samstagnachmittag im Grünwalder Stadion: Einige Verträge laufen aus im Kader des FC Bayern München II, zum Beispiel jener von Angelo Stiller. Warum der 20-jährige Mittelfeldspieler den Verein ablösefrei verlässt und nicht zumindest verliehen wurde, ist nach wie vor ein kleines Rätsel. Stiller ist seit anderthalb Jahren fraglos ein Leistungsträger der Mannschaft gewesen, er war in der Rückrunde wichtiger Bestandteil des Teams, das vor einem Jahr als Aufsteiger Drittliga-Meister wurde. Zu jener Zeit hielt sich aber das Interesse an seiner Person bei der sportlichen Leitung der Profis in Grenzen. Was einige grundsätzliche Fragen aufwarf: Nun haben die Bayern als einziger deutscher Klub eine U23 in der dritten Liga, doch Stammspieler schaffen den Sprung nach oben trotzdem nicht. Einzig Jamal Musiala, allerdings fast ohne die U23. Dort spielte er ein einziges Mal über 90 Minuten.

Gut möglich, dass die Zeit der guten Gelegenheiten nun bald wieder vorbei ist. Stiller jedenfalls wird nach seinem letzten Spiel für den Klub, für den er mehr als sein halbes Leben spielte, womöglich auch noch den Titel "Absteiger" im Lebenslauf stehen haben. "Klar, elf Jahre sind eine lange Zeit", sagt er diplomatisch. "Das ist jetzt das letzte Spiel. Ich werde es genießen und mich hoffentlich mit einem Sieg nach Hoffenheim verabschieden."

Natürlich, ein bisschen Hoffnung besteht immer noch, sagt Stiller. "Mit diesem Wappen", sagt der Routinier Maximilian Welzmüller, gebe man ja auch nie auf. Im Übrigen kann Welzmüller auch spielen, er wurde in diversen Foren fälschlicherweise mit fünf gelben Karten geführt. Doch die Bayern sind beim Heimspiel gegen den Halleschen FC (Sa. 13.30 Uhr) in einer für sie ungewohnten Situation: Sie können ihr Ziel nicht aus eigener Kraft erreichen. Ein Heimsieg ist Pflicht, gleichzeitig muss aber auch der KFC Uerdingen in Mannheim verlieren, der SV Meppen darf zu Hause gegen den MSV Duisburg nicht gewinnen. Die Zebras befinden sich nicht gerade in guter Saisonabschluss-Form, sie verloren unter der Woche ein Verbandspokalspiel beim unterklassigen Wuppertaler SV 2:6. Ausgerechnet zum wahrscheinlichen Abstieg sind erstmals auch wieder Fans im Stadion: Die Karten für die 250 erlaubten Besucher gingen nicht in den freien Verkauf, sie wurden zu einem großen Teil an die "treue Fangemeinde der Amateure" vergeben.

Im Falle eines Ligaverbleibs dürfte klar sein, was passiert: Die Bayern werden schnell im Angriff Abhilfe schaffen, denn ein zuverlässiger Angreifer mit einer zweistelligen Zahl an Toren war in der laufenden Saison mit Abstand das größte Manko. Veränderungen könnte es auch bei den drei Ü-Spielern geben. So läuft der Vertrag von Kapitän Nicolas Feldhahn aus. Ob er aber seine Zeit beim FC Bayern wirklich beendet, ist noch offen; zumindest ist für Samstag für ihn noch kein offizieller Abschied geplant, hieß es. Für den Fall des Abstiegs muss man am Campus erst noch warten: auf ein Signal von der Chefzentrale an der Säbener Straße, ob der direkte Wiederaufstieg angestrebt wird oder nicht.

© SZ/sewi
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