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1865 Dachau:Sheriff trifft

Das Tor von Spielertrainer Fabian Lamotte beschert Dachau einen 1:0-Sieg gegen Hankofen. Zuletzt hatte er aussetzen müssen, nun verwertete er eine Ecke seines Abwehrkollegen Alexander Weiser - weil der sie nicht selbst einköpfeln konnte.

Der Trainer Fabian Lamotte hat in den vergangenen Wochen auf den Spieler Fabian Lamotte verzichten müssen, eine hartnäckige Erkältung zwang ihn zum Pausieren. Am Samstag konnte der Trainer Lamotte den Innenverteidiger Lamotte wieder aufs Feld schicken - und bereute diese Entscheidung keinesfalls. Lamotte erzielte beim 1:0-Heimsieg des TSV 1865 Dachau gegen die SpVgg Hankofen-Hailing den einzigen Treffer. "Aufstellung gerechtfertigt", sagte Lamotte hinterher lachend vor der Bank des TSV 1865. Sein ebenfalls spielender Co-Trainer und Innenverteidiger-Partner Alexander Weiser hatte ihn dort mit den Worten "Sheriff, schön eingeschädelt" begrüßt. Weiser hatte Lamotte den Ball in Minute 74 selbst serviert, mit einer fein getretenen Ecke mit links. "Alex müsste die Ecken mit seinem linken Fuß eigentlich schießen und gleichzeitig im Sechzehner sein", sagte Lamotte. Da das nicht gehe, "habe ich es für ihn in der Mitte übernommen". Kein Wunder, dass die Stimmung gut war - das 1:0 war der sechste Pflichtspielsieg hintereinander.

Es war ein zähes Spiel, das dem TSV 1865 auch den dritten Ligasieg in Serie bescherte, wodurch er sich auf Rang vier der Bayernliga-Tabelle verbesserte (14 Punkte). Die Dachauer hatten zwar gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, der Spielaufbau war aber speziell in der ersten Hälfte zu statisch und pomadig, um die eng gestaffelten Gäste vor übermäßige Probleme zu stellen. Lamotte lobte Hankofen-Hailing, gegen das sein Team am letzten Spieltag der vergangenen Saison eine üble 0:5-Heimpleite kassiert hatte: "Sie sind robust, kompakt und schmeißen sich in alles rein. Wir waren nicht so frisch und griffig wie in den letzten Wochen."

Der TSV, der am Mittwoch den Regionalligisten TSV Buchbach im Verbandspokal mit einem 4:1 nach Hause geschickt hatte, tat sich am Samstag bei sehr warmen Temperaturen schwer. Bastian Brey sorgte über die rechte Seite für viel Betrieb, Ryosuke Kikuchi aber, der in den jüngsten zwei Ligaspielen drei Tore erzielt hatte, war auf der linken Seite lange nicht im Spiel. Die einzige große Möglichkeit vor der Pause ergab sich durchs Zentrum: Robin Volland verteidigte den Ball klasse gegen zwei Gegenspieler, schoss nach einem feinen Doppelpass mit Mario Maric aus 13 Meter aber über das Gästetor (33.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff rettete Merlin Höckendorff per Kopf auf der Dachauer Torlinie.

Nach der Pause sorgte abermals Brey auf der rechten Außenbahn mehrmals für Gefahr, ehe Lamotte aus wenigen Metern zum goldenen 1:0 einnickte (73.). In der Nachspielzeit sank Hankofens Christian Liefke zu Boden, da sein Schuss aus acht Metern von einem Dachauer leicht abgefälscht wurde, wodurch er ganz knapp am rechten Pfosten vorbeiging. "Wir waren zum Schluss ziemlich platt, haben uns da aber durchgebissen", sagte Lamotte. Ihm "taugte besonders, dass wir gegen Ende immer mit dem Fuß dazwischen waren".

Die nächste Aufgabe lautet, das definitiv vorhandene Potenzial regelmäßig abzurufen. Lamotte macht die "qualitative Breite" im Kader Hoffnung, dass es in dieser Saison weniger Ergebnis-Wellenbewegungen gibt als in den Jahren zuvor. Die Spieler, die im Zuge der vielen Aufstellungswechsel in die Mannschaft kamen, "sind nahtlos eingesprungen, ohne dass wir einen Qualitätsverlust hatten. Wir ergänzen uns da im Moment sehr gut." Nun haben die Dachauer im Allgäu die Chance, einen kleinen Vereinsrekord aufzustellen. Beim TSV Kottern könnten sie am Samstag den vierten Bayernliga-Erfolg in Serie einfachen. Das ist ihnen laut Brey in den vergangenen fünf Spielzeiten noch nicht gelungen.