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"Spitzhacken-Räuber":Schweigsamer Täter

Der mutmaßliche Bankräuber, der bei Überfällen in ganz Detuschland 1,8 Millionen Euro erbeutet hat, steht vor dem Münchner Landgericht - und schweigt zu den Vorwürfen.

Ein mutmaßlicher Bankräuber hat am Dienstag zum Vorwurf von neun Banküberfällen mit einer Gesamtbeute von mindestens 1,8 Millionen Euro vor dem Landgericht München I geschwiegen.

Bankräuber vor Gericht

Bankräuber vor Gericht.

(Foto: Foto: dpa)

Die meisten Fälle sind nach Angaben der Ermittler durch DNA-Gutachten nachgewiesen. Ohne Geständnis drohe dem 56-Jährigen wegen der dann ungünstigen Prognose die Sicherungsverwahrung im Anschluss an eine hohe Strafe, warnte die Vorsitzende Richterin vergeblich den Angeklagten.

Der bis dahin nur wegen Bagatelldelikten vorbestrafte Grafiker hat die Überfälle laut Anklage ab 1993 in München, Köln und Duisburg verübt. In München wurde er wegen der an den Tatorten zurückgelassenen Spaltwerkzeuge als "Spitzhacken-Räuber" geführt.

Einige Male hinterließ der Täter auch Wollmützen, mit denen er sich maskierte. Er pflegte sich durch Abstellräume und Keller Zugang zu den Geldinstituten zu verschaffen, wo er die Angestellten mit einer Schusswaffe einschüchterte.

Von den erbeuteten Summen zwischen 53 700 und 820 907 Euro hat er laut Anklage seinen "aufwändigen Lebensunterhalt" bestritten. Unter anderem soll er viel Geld verspielt haben.

Der Angeklagte war beim Einbruch in eine Bank in Duisburg Anfang 1998 erwischt und verhaftet worden. Eine Speichelprobe wurde damals genommen, doch vor dem Ergebnis der DNA-Untersuchung setzte die Justiz den Haftbefehl außer Vollzug, der Angeklagte tauchte unter und soll schon knapp drei Monate später in Köln sein fünftes Verbrechen verübt haben.

In München führte schließlich im Mai 2006 die Veröffentlichung des Täterfotos zum endgültigen Fahndungserfolg. Ein Passant erkannte den Angeklagten und führte die Polizei auf seine Spur. - Der Prozess dauert an.

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