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Spielzeitbilanz:Zahlen bitte

Die Auslastung der Bayerischen Staatsoper

Von Rita Argauer

Am Ende der Spielzeit werden Zahlen bekanntgegeben, das ist der normale Theater-Usus. Nur die Zahlen, die die Bayerische Staatsoper nun veröffentlicht hat, zeugen davon, dass diese Saison 2019/20 doch so ganz anders zu Ende gegangen ist, als sie angefangen hat. Statt um die Auslastung des Hauses - gegliedert nach den einzelnen Vorstellungen - geht es hier um virtuelle Zahlen. Auch die sind messbar, wenn auch weniger sichtbar als das Publikum in einem vollen Zuschauerraum.

40 Veranstaltungen hat die Bayerische Staatsoper seit der pandemiebedingten Schließung Mitte März realisiert: Zunächst waren das die "Montagskonzerte" als ausschließlich für die Internet-Übertragung produzierte Darbietungen in Kleinstbesetzung. Später im Zuge der ersten Lockerungen kamen zunächst die "Streifzüge am Mittwoch" vor je 20 Zuschauern, und schließlich die Wochenenden vor 50 und später 100 Zuschauern hinzu. Den Rekord hält dabei das 13. Montagskonzert. Kirill Petrenko dirigierte das Staatsorchester mit Jonas Kaufmann live vor 100 Zuschauern im Theater und vor weiteren 36 000 im Live-Stream.

Insgesamt verzeichnet die Staatsoper 630 000 Aufrufe ihres Online-Angebots - Live-Streams und Videos-on-demand inklusive. Mit diesem Programm konnten 190 000 Euro an Spenden gesammelt werden, die über den Verein "Freie Szene München" circa 200 freischaffenden Künstlerinnen und Künstlern zu Gute kommen. Das Bayerische Staatsorchester sammelte durch gespendete Gagen weitere 15 180 Euro, die an 22 freie Musikerinnen und Musiker verteilt werden, die dem Orchester eng verbunden sind. Für die anstehende theaterfreie Zeit (die neue Spielzeit beginnt am 1. September mit der Uraufführung von Marina Abramović' "7 Deaths of Maria Callas" und "Mignon" als Premiere des Opernstudios) hat man sich noch etwas Besonderes ausgedacht: Neben dem 13. Montagskonzert, das noch bis 1. August als Video auf staatsoper.tv verfügbar ist, gibt es die jüngste Premiere des Staatsballetts, Andrey Kaydanovskiys "Petit Pas", auf VR-Brille. Diese sind im Laufe der kommenden Woche online bestellbar und werden zum Preis von acht Euro für zwei Tage nach Hause geliefert.

© SZ vom 03.07.2020

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