bedeckt München 17°
vgwortpixel

Spezialeinheiten der Polizei:Knapp 1000 Einsätze im vergangenen Jahr

Knapp 1000 Einsätze hatten die Spezialeinheiten der bayerischen Polizei im vergangenen Jahr. Am spektakulärsten war wohl der Fall in Memmingen, wo im Mai ein 14-Jähriger mehr als 70 Schüsse abgab, zum Teil gezielt auf Beamte des SEK - und dennoch unverletzt festgenommen wurde. "Die Beamten sind erheblichen Belastungen ausgesetzt", sagte Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer.

Das Auswahlverfahren ist entsprechend streng: Bewerber müssen mindestens 24 Jahre alt sein und bereits mehrere Jahre Einsatzdienst geleistet haben. Dann müssen sie einen Sporttest, einen Gesundheitscheck und einen psychologischen Test absolvieren. "Wir wollen keine Rambos und brauchen Leute mit Teamgeist und hoher Stressresistenz", sagt Thomas Vieweg von den Spezialeinheiten Südbayern. Und dann dauert es ungefähr fünf Jahre, bis ein Beamter in einen echten Einsatz geschickt wird.

Die verschiedenen Kommandos der Spezialeinheiten haben sich dabei immer mehr spezialisiert. So gibt es neben Präzisionsschützen und sogenannten Medics, also medizinischen Nothelfern, auch Beamte, die auf Höhenintervention trainiert sind und auf Kränen, Dächern oder in den Bergen eingesetzt werden. Alleine die Ausrüstung, die ein Beamter des SEK bei einem Einsatz am Körper trägt, wiegt 20 bis 25 Kilogramm: Schutzwesten, ein Helm aus Titan und Plexiglasschutz vor dem Gesicht sowie Waffen - da braucht es einiges an Training, um trotz eingeschränkter Beweglichkeit mit meist weniger gepanzerten Tätern fertig zu werden.

Selbst die Hunde des SEK haben eine spezielle Schutzausrüstung und Schuhe, um auf rutschigem Gelände und zum Beispiel auch bei Glasscherben auf dem Boden eingesetzt werden zu können. "Und damit sie leiser sind", sagt Thomas Renner. Der Mann von den Spezialeinheiten Nordbayern erläutert, dass die SEK-Hunde im Sozialverhalten doch etwas eingeschränkt seien. Im Gegensatz zu normalen Polizeihunden sind sie gezielt darauf trainiert, den Täter durch einen Biss zu stoppen und bis zu einem Kommando auch nicht mehr loszulassen.

Das gibt im schlimmsten Fall mittelschwere Verletzungen - ist aber im Ernstfall noch immer besser, als einen Täter mit Schüssen stoppen zu müssen.