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Spekulation:Konfusion um den Umzug des Schlachthofs

Die Betriebe gehen nach Aschheim, behauptet der Bürgermeister der Gemeinde. Die Stadt München weiß davon nichts. Völlig unglücklich wäre man aber nicht darüber.

Von Franz Kotteder

Der Münchner Schlachthof zieht nach Aschheim um - behauptet jedenfalls Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser. In Aschheim soll bis 2018 ein großes Fleischhandelszentrum entstehen. Ein Investor will es bauen und an insgesamt 17 Metzgerbetriebe aus der Region vermieten, die ihren Unternehmenssitz auch dorthin verlegen wollen. "Darunter sind auch die Betriebe des derzeitigen Schlachthofs in München", so Glashauser weiter, "deren Zulieferer dann nicht mehr durch die Stadt fahren müssen."

Die Stadt freilich weiß davon nichts. "Wir können das Ende des Münchner Schlachthofs noch nicht einläuten", sagt Bernhard Plank, Sprecher des städtischen Kommunalreferats, "bei uns hat sich noch kein Betrieb gemeldet, der seinen Erbpachtvertrag verkürzen will."

Die bestehenden Verträge liefen alle noch bis in die Zwanzigerjahre hinein. Es bestünden auch Optionen für eine Verlängerung bis in die Vierzigerjahre. Völlig unglücklich wäre man andererseits nicht über einen Umzug: Das fünf Hektar große Areal im Besitz der Stadt bietet enorme Entwicklungsmöglichkeiten, etwa für den Wohnungsbau.

Der früher kommunale Schlachthof wurde Anfang des neuen Jahrtausends weitgehend privatisiert. Seit 2005 ist der städtische Eigenbetrieb Schlachthof München nur noch für das Objektmanagement zuständig. Die Schlachtung und Zerlegung wird von vier fleischverarbeitenden Betrieben geleistet, die einen Erbpachtvertrag mit der Stadt haben.

Die wiederum liefern weiteren Metzgern zu oder erledigen deren Schlachtaufträge. Es handelt sich dabei um die Schlachthof-Betriebs-GmbH für die Rinderschlachtung, die zu Vinzenzmurr gehörende Schweineschlachtung München GmbH und die Südfleisch GmbH - zur niederländischen Vion-Gruppe gehörend - sowie die Fleischmarkt München GmbH. Die Vion-Gruppe dementierte auf Nachfrage Umzugsgerüchte, die anderen Unternehmen waren am Montag nicht zu erreichen.

© SZ vom 14.06.2016/mkro

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